Schwarz-Rot abgewähltLinke in Umfrage zur Berlin-Wahl vorn - SPD abgeschlagen

Die Legislatur ist verkürzt und ohnehin wohl nur eine Episode: Drei Monate vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin können sich CDU und SPD zunehmend auf ein Ende ihrer Zusammenarbeit einstellen. In einer rbb-Umfrage zeichnet sich eine linke Mehrheit ab.
Knapp drei Monate vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin kann sich die Linke Hoffnungen auf den Chefsessel im Roten Rathaus der Bundeshauptstadt machen. Wäre bereits am kommenden Sonntag der Urnengang, käme die Linke auf 20 Prozent, wie aus dem BerlinTrend des Senders rbb hervorgeht. Zweitstärkste Kraft wären mit 19 Prozent die Grünen, gefolgt von der AfD mit 18 Prozent. Die regierende CDU sowie die ebenfalls an der Koalition beteiligte SPD kommen demnach auf 17 und 13 Prozent und hätten damit keine Aussicht auf eine weitere Legislatur
Im Vergleich zu Umfrage im April gewinnt die Linke zwei Punkte. Die Grünen legten um einen Zähler zu. Die CDU gibt derweil zwei Zähler ab. Die SPD büßt einen Punkt ein. BSW und FDP kommen jeweils weiter unverändert auf drei Prozent und spielen in der Hauptstadt weiter keine Rolle.
Als wahrscheinlichstes Bündnis dürfte eine von der Linken geführte Koalition mit Grünen und SPD sein. Auch wenn andere Optionen rechnerisch möglich sind, ist das Zustandekommen eines anderen Bündnisses höchst unwahrscheinlich.
In der Hauptstadt regieren seit der Wiederholungswahl vor knapp drei Jahren CDU und SPD zusammen. In der Erhebung gaben mehr als drei von vier Befragten an (78 Prozent), mit der Arbeit des Senats unzufrieden zu sein. Den Angaben zufolge kommt aktuell keine andere Landesregierung auf ähnlich desaströse Werte. Selbst bei den Sympathisanten der CDU könne nur knapp die Hälfte der Regierungsarbeit unter der Verantwortung des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner etwas abgewinnen. Immerhin kann er sich zugutehalten, der bekannteste Politiker der Stadt zu sein. Im Gegenzug gaben lediglich 27 Prozent der Befragten an, die Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp zu kennen.
Als drängendste Probleme der Metropole gaben 30 Prozent das Thema Wohnen an. Für immerhin 12 Prozent stehen Mobilität und Verkehr ganz oben. Es folgen abgeschlagen die Bereiche Einwanderung, Bildung und Sicherheit.
Für die Erhebung waren den Angaben zufolge zwischen dem 25. und 29. Juni insgesamt 1162 Menschen auf verschiedenen Wegen befragt worden. In Berlin wird am 20. September ein neues Abgeordnetenhaus gewählt.