Politik

Zufriedenheit mit Wüst sinktCDU verliert in NRW weiter - AfD legt zu

28.06.2026, 11:42 Uhr
00:00 / 04:37
v-l-Hendrik-WUEST-W-st-CDU-Ministerpraesident-des-Landes-Nordrhein-Westfalen-Mona-NEUBAUR-Buendnis-90-die-Gruenen-Ministerin-fuer-Wirtschaft-Industrie-Klimaschutz-und-Energie-stellv-Ministerpraesidentin-des-Landes-Nordrhein-Westfalen-Spatenstich-fuer-den-GOVSATCOM-Hub-beim-Deutschen-Zentrum-fuer-Luft-und-Raumfahrt-DLR-in-Koeln-16-06-2026
Wüst und Neubaur verlieren etwas an Zuspruch in NRW. (Foto: picture alliance / SvenSimon)

In NRW können CDU und Grüne mit einer weiteren Amtszeit rechnen. Allerdings würde die Mehrheit laut einer neuen Umfrage künftig geringer ausfallen. Das geht vor allem auf das Konto der Truppe um Regierungschef Wüst. Derweil steht die Linke vor dem Sprung in den Landtag.

Gut zehn Monate vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen schmilzt die Mehrheit der schwarz-grünen Regierungskoalition unter Ministerpräsident Hendrik Wüst. Dabei geht das Minus vor allem auf Stimmenverluste der Christdemokraten zurück, wie aus einer Erhebung für den WDR hervorgeht. Dagegen legt die AfD weiter zu und ist nun mit der SPD zweitstärkste Kraft im bevölkerungsreichsten Bundesland. Die FDP robbt sich derweil wieder auf die Fünf-Prozent-Marke zurück und kann auf einen Verbleib im Düsseldorfer Landtag hoffen. Die Linke würde neu einziehen. In NRW wird am 25. April 2027 ein neuer Landtag gewählt. Wüst ist seit Ende Juni 2017 Regierungschef.

Würde indes bereits am heutigen Sonntag ein neues Landesparlament bestimmt, käme die CDU den Angaben zufolge auf 32 Prozent. Das wären drei Punkte weniger als bei der Befragung im Februar. Im Vergleich zur vorhergehenden Wahl 2022 wären es knapp vier Punkte weniger. AfD und SPD kämen jeweils auf 17 Prozent. Während dies für die Sozialdemokraten ein Minus von drei Punkten zur Februarerhebung bedeutete, legten die Rechtspopulisten zwei Zähler zu. Die SPD bliebe so knapp zehn Punkte hinter ihrem Ergebnis von 2022. Die AfD würde ihren Stimmanteil hingegen mehr als verdreifachen.

Die mitregierenden Grünen verlören im Vergleich zu ihrem Wahlergebnis mehr als drei Zähler und kämen nun auf 15 Prozent. Das aber wären zwei Punkte mehr als bei der Februar-Befragung. Die Linke rangierte unverändert bei sechs Prozent und zöge neu in den Landtag ein. Die FDP legte einen Punkt zu auf fünf Prozent und wäre noch einen Punkt von ihrem Wahl-Ergebnis entfernt und ebenfalls im Parlament. Damit gibt es dennoch keine realistischen Mehrheiten gegen die CDU.

Wie die Befragung weiter nahelegt, geht der Verlust für die CDU mit Sympathieeinbußen bei Ministerpräsident Wüst einher. Demnach sind zwar 42 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit zufrieden. Doch im Februar hatten dies noch 45 Prozent gesagt. Entsprechend stieg der Anteil der Unzufriedenen um zwei auf nun 40 Prozent. Ähnlich ist die Stimmungslage bei der Frage nach einem Zeugnis für die Landesregierung aus CDU und Grünen insgesamt. So zeigten sich 42 Prozent der Gefragten mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden (minus sechs Punkte). Dagegen meinen 53 Prozent, dass mehr drin sein müsste (plus vier Punkte). Erstmals seit zwei Jahren ist damit mehr als die Hälfte der Befragten nicht zufrieden mit der Arbeit der Regierung.

Die drängendsten Probleme sind den weiteren Angaben zufolge weiter die Infrastruktur und der Verkehr sowie die Bildung. Auf Platz drei rangiert die Zuwanderung, wobei weniger Menschen als zuletzt dies als wichtigstes Problem bezeichneten. Etwas uneinheitlich fielen die Antworten im Bereich Wirtschaft aus: Nur neun Prozent benannten das Themenfeld als größte Herausforderung. Doch zugleich schätzten drei von vier Befragten die wirtschaftliche Lage ihres Bundeslandes als nicht gut ein (plus neun Punkte). Demgegenüber gaben 83 Prozent an, dass sie sich wenig Sorge um ihren Job machten - allerdings hatten dies im Februar noch 90 Prozent gesagt.

Die Umfrage ist laut WDR repräsentativ. Vom 22. bis 25. Juni waren dafür in NRW 1139 Wahlberechtigte telefonisch oder online befragt worden.

Quelle: ntv.de, jwu

Landtagswahlen Nordrhein-WestfalenFDPCDUBündnis 90/Die GrünenDie LinkeAfDHendrik WüstSPDUmfragenWahlen