Politik

Schlechte Resonanz Mageres Mainzer Modell

Das Anfang März bundesweit eingeführte Mainzer Kombilohn-Modell stößt in den Pilotregionen Rheinland-Pfalz und Brandenburg kaum auf Interesse. Dies geht aus einer im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums erstellten Studie hervor, wie die Zeitung „Rheinpfalz“ berichtete.

Demnach wird jeder Dritte der bis November 2001 bewilligten 735 Zuschüsse mittlerweile nicht mehr in Anspruch genommen. Bei dem Modell, das vom künftigen Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster (SPD), entwickelt wurde, zahlt der Staat Geringverdienern Zuschüsse zur Sozialversicherung.

Dem Bericht zufolge wurde in 115 Fällen die Förderung vorzeitig abgebrochen, die Hälfte davon innerhalb der ersten 100 Tage. Die aktuelle Förderstatistik des Bundesarbeitsministeriums, die der Zeitung ebenfalls vorliegt, weist für den Dezember 2001 lediglich 526 geförderte Personen aus. Als Gründe macht die Studie die vorzeitige Beendigung der Beschäftigungsverhältnisse oder ein Überschreiten der Einkommensgrenzen für die Förderung aus.

Ursprünglich sollte das Mainzer Modell allein in Rheinland-Pfalz 14.800 neue Stellen schaffen. Die Bundesregierung erhofft sich durch den flächendeckenden Einsatz des Projekts 30.000 Arbeitsplätze.

Die Studie stellt fest, dass sowohl das Mainzer Modell als auch die im Saarland und in Sachsen getestete Kombilohnvariante in Ostdeutschland kaum in Anspruch genommen würden und „hinter den ursprünglichen Erwartungen weit Zurück“ blieben. „Anscheinend haben die Förderregionen der neuen Bundesländer bei beiden Förderkonzepten besondere Schwierigkeiten mit der Akzeptanz“, heißt es in dem Bericht.

Zudem kommt laut Studie ein knappes Drittel der Leistungsbezieher nicht aus den von der Bundesregierung anvisierten Zielgruppen der Sozialhilfeempfänger und Arbeitslosen. Beim Mainzer Modell macht der Personenkreis, der bislang überhaupt keine staatlichen Leistungen erhielt, mit 17,4 Prozent ein knappes Fünftel aus, beim Saarland-Modell knapp die Hälfte.

Quelle: ntv.de