Politik

Helikopter über Petersilien-Insel Marokko: "Militärischer Akt"

Spanien und Marokko sind ein weiteres Mal wegen des unbewohnten Eilands "Perejil" ("Petersilien-Insel") in Streit geraten. Marokkos Außenminister Mohammed Benaissa sagte ein in Madrid geplantes Treffen mit seiner spanischen Amtskollegin Ana Palacio kurzfristig ab. Er begründete dies damit, dass ein spanischer Militärhubschrauber auf der umstrittenen Felseninsel vor Marokkos Küste gelandet sei.

Spanien habe mit diesem "militärischen Akt" den Luftraum und das Hoheitsgebiet Marokkos verletzt, hieß es aus Rabat. Madrid wies die Vorwürfe zurück. Der Hubschrauber habe das Gebiet lediglich überflogen, um die Bewegungen eines marokkanischen Kriegsschiffs zu verfolgen, sei jedoch nicht auf der Insel gelandet. Spaniens Verteidigungsminister Federico Trillo warf Marokko vor, es habe nach einem Vorwand zur Absage des Treffens gesucht.

Später erhob Marokko weitere Vorwürfe gegen Spanien. Ein Flugzeug sei in den marokkanischen Luftraum eingedrungen. "Solche illegalen Akte tragen nicht dazu bei, den Dialog wieder aufzunehmen", erklärte das Außenministerium in Rabat.

Bei dem Ministertreffen sollten die Spannungen zwischen beiden Ländern abgebaut und eine Normalisierung eingeleitet werden. Der Streit hatte sich vor rund zwei Monaten entzündet, als ein Trupp marokkanischer Soldaten die "Perejil"-Insel besetzte. Spanien räumte die Insel mit einem Militäreinsatz. Auf Vermittlung von US-Außenminister Colin Powell beendenten beide Seiten den Konflikt mit der Übereinkunft, der Felseninsel wieder ihren ursprünglichen Status als neutrales und entmilitarisiertes Gebiet zuzuschreiben.

Quelle: ntv.de