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RTL/n-tv Trendbarometer Mehrheit begrüßt SPD-Schritt für GroKo

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Einen Schritt näher einer neuen Regierung - aber ist darin auch Platz für Martin Schulz?

(Foto: imago/Christian Thiel)

Die SPD wird mit der Union über eine Große Koalition verhandeln. Fast 60 Prozent werten das laut Trendbarometer als positive Entwicklung. An Zustimmung verliert die SPD trotzdem - vor allem Martin Schulz. Als Minister in der neuen Regierung sehen ihn viele nicht.

Die Entscheidung der SPD, in Koalitionsgespräche mit der Union zu gehen, findet bei der Bevölkerung mehrheitlich Zustimmung. 59 Prozent der Deutschen sehen den Schritt der Genossen als positiv. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und n-tv. 37 Prozent der Befragten finden die Entscheidung dagegen nicht richtig, 4 Prozent sind unentschieden.

Dabei stammt ein Großteil der Befürworter aus dem Lager der Unionsanhänger. 89 Prozent der CDU-Wähler und 87 Prozent der CSU-Wähler sehen im SPD-Entscheid auf dem Bundesparteitag eine gute Sache. Auch zwei Drittel der SPD-Wähler (65 Prozent) begrüßen den Eintritt in die "GroKo"-Gespräche. Auch die Wähler der Grünen sind mehrheitlich (59 Prozent) dafür, die FDP-Wählerschaft ist dagegen gespalten (48 Prozent sind dafür, 45 Prozent dagegen), zwei Drittel der Linken-Wähler und 79 Prozent der AfD-Wähler halten die Entscheidung der SPD-Delegierten nicht für richtig.

Weiterer Absturz der SPD

Der Parteitag und der knappe Mehrheitsentscheid pro GroKo hat die Stimmung rund um die SPD allerdings verschlechtert. Käme es doch noch zu Neuwahlen, würde die SPD laut Forsa-Umfrage nur noch 17 Prozent erhalten und läge damit lediglich 4 Prozentpunkte vor der AfD und 5 Prozentpunkte vor den Grünen.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

CDU/CSU: 34 Prozent (Bundestagswahl 32,9)
SPD: 17 Prozent (20,5)
FDP: 8 Prozent (10,7)
Grüne: 12 Prozent (8,9)
Linke: 11 Prozent (9,2)
AfD: 13 Prozent (12,6)
Sonstige: 5 Prozent (5,2).

Forsa-Chef Manfred Güllner sieht im "Hickhack der Partei mit Martin Schulz an der Spitze und dem Verlauf des Parteitags" die Gründe für den Sympathieverlust der Sozialdemokraten. Auch 28 Prozent der Bundesbürger bekunden, dass sie nach dem Parteitag weniger Vertrauen zu den Sozialdemokraten haben als zuvor. Bei 61 Prozent hat sich die Einstellung nicht verändert, bei 8 Prozent ist das Vertrauen gewachsen.

Deutsche zweifeln an schneller Regierungsbildung

Dass sowohl Union als auch die SPD am Verhandlungstisch um jeden Punkt des Sondierungspapiers kämpfen werden, hatten beide Lager bereits angekündigt. Daher geht die Mehrheit der Bevölkerung nicht davon aus, dass die Verhandler "zügig" zu einem Ergebnis kommen (61 Prozent). Die Gespräche würden sich vielmehr "noch Wochen hinziehen".

Verhandlungsspielraum für die SPD sehen 60 Prozent der Befragten ebenfalls nicht. Sie sind der Meinung, die Unionsparteien würden der SPD nicht weiter entgegenkommen als bei den Sondierungsgesprächen. Dass eine neue Große Koalition kommt, daran zweifeln viele nicht. Am Ende, das ist die Überzeugung von 59 Prozent der Deutschen, werden sich die SPD-Mitglieder dafür entscheiden, dass ihre Partei in die Große Koalition eintritt. Diese Erwartung haben 79 Prozent der CSU-Wähler, 67 Prozent der CDU-Wähler und 65 Prozent der SPD-Wähler.

Kein Ministeramt für Schulz

SPD-Chef Martin Schulz ist nach dem Urteil der meisten Deutschen geschwächt aus diesem Parteitag hervorgegangen. 59 Prozent der Befragten sehen das so, 7 Prozent sehen ihn gestärkt. Auch über die Hälfte der SPD-Wähler (54 Prozent) erkennen einen Imageverlust bei Schulz.

Kommt die GroKo, müssten auch Ministerposten neu besetzt werden. In den Augen der Deutschen sollte dabei kein Platz für CSU-Chef Horst Seehofer und den SPD-Vorsitzenden vorgesehen sein. 61 Prozent meinen, Schulz sollte kein Ministeramt übernehmen. Bei Horst Seehofer sind 70 Prozent der Befragten dieser Ansicht - sogar 50 Prozent der CSU-Wähler.

Die Daten zu den Reaktionen auf den SPD-Parteitag wurden am 22. Januar 2018 vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL erhoben. Datenbasis: 1282 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte.

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Quelle: n-tv.de, mba

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