Politik
Den Wählern zufolge kann die nächste GroKo kommen.
Den Wählern zufolge kann die nächste GroKo kommen.(Foto: imago/Fotoagentur Nordlicht)
Sonntag, 10. Dezember 2017

RTL/n-tv Trendbarometer: Mehrheit will, dass die SPD mitregiert

Auf ihrem Parteitag ringt sich die SPD dazu durch, doch noch Gespräche mit der Union aufzunehmen. Die große Mehrheit der Wähler wünscht sich, dass diese Verhandlungen zu einer neuen Großen Koalition oder zu einer von der SPD tolerierten Minderheitsregierung führen.

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Für die SPD war es eine schwere Entscheidung: Nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche für ein Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP haben sich die Sozialdemokraten auf ihrem Parteitag dazu durchgerungen, ihr klares Nein zu einer weiteren Regierungsbeteiligung unter Kanzlerin Angela Merkel zu revidieren. Während laut Parteitagsbeschluss die anstehenden Gespräche zwischen CDU, CSU und SPD ausdrücklich "ergebnisoffen" sein sollen, haben die Wähler laut dem akuellen RTL/n-tv Trendbarometer mehrheitlich einen klaren Wunsch: Insgesamt 73 Prozent wünschen sich eine erneute Regierungsbeteiligung oder die Tolerierung einer CDU-geführten Minderheitsregierung.

Laut der Anfang Dezember von Forsa durchgeführten Umfrage sind 46 Prozent aller Wahlberechtigten der Meinung, dass die SPD angesichts der nach dem Jamaika-Aus entstandenen Lage nun doch wieder eine Große Koalition mit der Union eingehen solle. 27 Prozent meinen, die SPD solle eine schwarz-grüne Minderheitsregierung tolerieren.

SPD bleibt im Umfragetief

Dass die SPD Neuwahlen anstreben solle, meinen 15 Prozent. Damit ist der Anteil derer, die eine Regierungsbeteiligung der SPD beziehungsweise eine Tolerierung einer Minderheitsregierung wollen, größer geworden als noch unmittelbar nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen.

Auch unter den SPD-Anhängern befürwortet nur eine kleine Minderheit Neuwahlen. 47 Prozent von ihnen meinen, die SPD solle wieder mit CDU und CSU eine Regierung bilden. 38 Prozent der SPD-Anhänger sind für eine Tolerierung einer schwarz-grünen Regierung, 13 Prozent für Neuwahlen.

Bei der Kanzlerpräferenz verliert Merkel im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt, während Martin Schulz einen Prozentpunkt hinzugewinnt. Mit 49 Prozent liegt Merkel aber immer noch deutlich - mit 29 Prozentpunkten - vor Schulz mit 20 Prozent.

Auch Schulz' Partei profitiert bisher nicht vom Wunsch der Wähler, dass die SPD weiter mitregieren soll. Ihr Umfragewert verharrt bei 20 Prozent, der der Union bei 34 Prozent. Im Vergleich zur Vorwoche verlieren die Grünen (12%) einen Prozentpunkt, während die AfD (11) einen Prozentpunkt gewinnt. FDP (8) und Linke (9) bleiben unverändert. Ob der Verlauf des SPD-Parteitages Einfluss auf die politische Stimmung haben wird, kann noch nicht festgestellt werden.

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Quelle: n-tv.de