Politik

"Schröder hat Griechenland aufgenommen" Merkel attackiert ihren Vorgänger

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Merkel in Rendsburg: Vor dem TV-Duell will sie in die Offensive kommen.

(Foto: dpa)

Die Euro-Krise ist im Wahlkampf bislang kaum ein Thema. Das könnte sich jetzt ändern: Die Kanzlerin wirft der SPD indirekt vor, zumindest für das Desaster in Griechenland verantwortlich zu sein. Allerdings hatte man ähnliches unlängst auch von SPD-Chef Gabriel gehört.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihrem Amtsvorgänger Gerhard Schröder vorgeworfen, für den Eintritt Griechenlands in die Eurozone verantwortlich zu sein. "Kanzler Schröder hat Griechenland aufgenommen und hat den Stabilitätspakt aufgeweicht", sagte Merkel auf einer Wahlkampfveranstaltung im schleswig-holsteinischen Rendsburg. "Beides war grundfalsch und einer der Ausgangspunkte unserer heutigen Schwierigkeiten."

Man hätte Griechenland "gar nicht aufnehmen dürfen in den Euro-Raum", so Merkel weiter. Zumindest in diesem Punkt ist SPD-Chef Sigmar Gabriel einer Meinung mit der Kanzlerin: "Griechenland in die EU aufzunehmen war sicher richtig, es in die Währungsunion aufzunehmen aber war sicher falsch", hatte Gabriel dem "Spiegel" gesagt. Er wies zugleich darauf hin, dass auch alle konservativen Regierungen damals zugestimmt hätten.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hatte Merkel vorgeworfen, sie haben bislang im Wahlkampf "Schlaftabletten verabreicht und zu vertuschen versucht, dass uns die Stabilisierung der Eurozone etwas kosten wird". Steinbrück reagierte damit auf eine Äußerung von Finanzminister Wolfgang Schäuble. Der hatte gesagt, es werde ein drittes Hilfspaket für Griechenland geben. Nach Darstellung Bundesregierung ist das allerdings noch nicht sicher.

Der Berliner AfD-Spitzenkandidat und Euro-Kritiker Joachim Starbatty deutete im Interview mit n-tv.de an, Schäubles Intervention sei bewusste Wahlkampfhilfe für die AfD gewesen. Denn wenn die AfD es in den Bundestag schaffe, habe Rot-Rot-Grün keinesfalls die Mehrheit.

Steinbrück will die Euro-Rettungspolitik beim TV-Duell am 1. September zum Thema machen. Es sei immer klar gewesen, dass Deutschland "eben doch für Schulden anderer Staaten mit haftet", sagte er der "Südwest-Presse". Wenn es jetzt um ein weiteres Hilfspaket für Griechenland gehe, müsse "Frau Merkel selbst den Bürgerinnen und Bürgern reinen Wein einschenken".

Quelle: n-tv.de, hvo

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