Politik

Milliardenkosten veranschlagt Merkel plädiert für Umbau der Landwirtschaft

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Auch das Tierwohl soll vom Umbau der Landwirtschaft profitieren.

(Foto: dpa)

Eine Kommission hat sich mit der Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland beschäftigt - und fordert eine tiefgreifende Transformation. Kanzlerin Merkel schließt sich dem an - fordert aber auch verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für einen Umbau der Landwirtschaft in Deutschland hin zu mehr Nachhaltigkeit ausgesprochen und eine finanzielle Absicherung dafür angemahnt. Nötig sei ein umfassender Transformationsprozess, der begonnen habe und energisch weitergeführt werden müsse, sagte die CDU-Politikerin bei der Entgegennahme von Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft.

Dafür müssten verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen geschaffen werden, sagte die Kanzlerin. Dem Gremium sei es gelungen, unterschiedliche Interessen in den Blick zu nehmen und mögliche Wege für die Zukunft aufzuzeigen. Die Vorlage des Abschlussberichtes sei daher "ein bedeutsamer Tag" in der Geschichte der Landwirtschaft für Deutschland. Die nächste Bundesregierung werde an diesem Bericht nicht mehr vorbeikommen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze sieht im Abschlussbericht "die Chance für einen neuen gemeinsamen Aufbruch in der Agrarpolitik". Dass die derzeitige Landwirtschaft weder ökonomisch noch ökologisch tragfähig sei, "ist jetzt breiter Konsens unter allen Beteiligten", sagte die SPD-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Es ist für alle besser, das Agrarsystem zu ändern, als es beizubehalten", fügte die Ministerin hinzu.

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Die Kommission empfiehlt in dem 170-seitigen Bericht einen weitreichenden Umbau des Agrar- und Ernährungssystems als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dafür werden Milliarden-Investitionen veranschlagt. "Immer billiger" sei angesichts der vielfältigen Wechselwirkungen der Landwirtschaft mit Klima, Umwelt, Biodiversität und Tierwohl längst "zu teuer", sagten die Kommissions-Mitglieder bei der Vorstellung der Einigung. Dem Gremium gehörten Vertreter von Bauern und Ernährungsbranche, Natur- und Verbraucherschützern, Handel und Wissenschaft an.

Merkel hatte die Kommission angesichts von Bauernprotesten Ende 2019 vorgeschlagen. Zielsetzung war auch, nach jahrelangen heftigen Auseinandersetzungen um die Ausrichtung der Landwirtschaft einen Konsens zu suchen.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP

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