Politik

Mutmaßlicher Folterer vor Gericht Mexiko liefert Cavallo aus

Mexiko hat den früheren argentinischen Armeeangehörigen Ricardo Cavallo an Spanien ausgeliefert. In Spanien ist Cavallo wegen Völkermordes und Terrorismus angeklagt. Er wird beschuldigt, zur Zeit der argentinischen Militärdiktatur von 1976 bis 1983 zahlreiche oppositionelle Aktivisten verhört und gefoltert zu haben, außerdem soll Cavallo auch für den Tod zahlreicher Menschen verantwortlich sein.

Cavallo hatte sich in Mexiko unter falschem Namen eine neue Existenz aufgebaut und eine umstrittenes privates Kraftfahrzeugregister geleitet. Vor drei Jahren war er verhaftet worden, nachdem fünf ehemalige Häftlinge bezeugen konnten, dass Cavallo sie gequält habe. Bis zuletzt hatte der mutmaßliche Folterer versucht, mit einstweiligen Verfügungen einer Auslieferung an Spanien zu entgehen – in Argentinien wäre Cavallo durch ein Amnestiegesetz geschützt worden. Anfang Juni entschied sich der Oberste Gerichtshof in Mexiko für die Auslieferung. Der Tatbestand der Folterung ist allerdings verjährt.

Erstmals wird nun ein Scherge einer lateinamerikanischen Militärdiktatur außerhalb der Landesgrenzen vor Gericht gestellt. Dass die Verhandlung in Spanien stattfinden wird, hängt mit dem grenzenübergreifenden Engagement des spanischen Richters Garzón zusammen. Dieser hatte vor Cavallo auch die Auslieferung des chilenischen Diktators Augusto Pinochet erreicht.

Quelle: ntv.de

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