Politik

Quarantäneregeln ignoriert Migranten auf Lesbos angeschossen

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In Moria harren zurzeit gut 18300 Migranten aus, dabei ist das Lager eigentlich nur für 2700 Menschen gebaut.

(Foto: AP)

Laut Quarantänebestimmungen darf das Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos nicht verlassen werden. Zwei Männer tun es trotzdem - und werden von einem Unbekannten mit einer Jagdflinte beschossen und verletzt.

Nachdem sie die wegen der Corona-Pandemie verhängten Quarantänemaßnahmen missachteten, sind auf der griechischen Insel Lesbos zwei Asylbewerber angeschossen worden. Die beiden Männer, ein Iraner und ein Afghane, hätten sich am späten Mittwochabend mit Schusswunden in der Krankenstation des Flüchtlingslagers Moria gemeldet, hieß es aus Kreisen des Lagers. Sie wurden demnach in ein örtliches Krankenhaus gebracht. Sie wurden aber offensichtlich nicht schwer verletzt.

Die beiden Männer sagten der Polizei, sie seien aus dem Lager herausgegangen. Ein Unbekannter habe sie mit Schüssen aus einer Jagdflinte verletzt, berichtet der staatliche Fernsehsender ERT unter Berufung auf die Polizei. Moria darf wie alle griechischen Flüchtlingslager derzeit wegen der Pandemie nicht verlassen werden.

In zwei Lagern sowie in einem Hotel für Migranten auf dem griechischen Festland waren bereits Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Dort wurden in dieser Woche 150 Menschen positiv getestet. Bislang gab es noch keine berichteten Fälle in den Flüchtlingslagern auf den Inseln. Die Behörden testen allerdings auch nicht flächendeckend.

Auf Lesbos war es im März zu Attacken von Extremisten auf Migranten und Mitarbeiter humanitärer Organisationen gekommen. Zudem gibt es rund um das Lager Moria immer wieder Diebstähle. Einheimische sind aufgebracht. Humanitäre Organisationen fordern die Schließung des Lagers. In Moria harren zurzeit gut 18.300 Migranten aus. Das Lager ist eigentlich nur für gut 2700 Menschen gebaut.

Quelle: ntv.de, mba/AFP/dpa