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Donnerstag, 06. September 2018

Seehofer verteidigt Demos: "Migration ist Mutter aller Probleme"

Innenminister Seehofer sagt lange nichts zu den Ausschreitungen in Chemnitz. Am Rande der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe äußert er nun Verständnis für die Empörung der Menschen. Und er findet deutliche Worte zum Thema Migration.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat Medienberichten zufolge die Migration als "Mutter aller Probleme" bezeichnet und Verständnis für die Demonstranten in Sachsen gezeigt. Wie die "Welt" unter Berufung auf Teilnehmerkreise berichtete, sagte Seehofer am Rande der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im brandenburgischen Neuhardenberg, er habe Verständnis, wenn sich Leute empörten, das mache sie noch lange nicht zu Nazis.

Mit Blick auf die Vorfälle in Chemnitz sagte Seehofer einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge intern: "An erster Stelle steht ein brutales Verbrechen." Da würden Debatten geführt, in denen das ursprüngliche Verbrechen gar keine Rolle mehr spiele, sagte er demnach. Wie "Welt" und "Bild" übereinstimmend berichteten, sagte Seehofer, die Migration sei die "Mutter aller Probleme".

Außerdem kritisierte der Innenminister voreilige Äußerungen nach den Protesten scharf. Er sei "immer dafür, dass man sich als Politiker zu solchen Dingen erst einlässt, wenn man authentische Informationen hat". Deshalb habe er selbst sich nach dem Tötungsdelikt und den anschließenden Protesten erst einmal bei der Landesregierung und der Polizei nach den Einzelheiten erkundigt.

Nach der Tötung eines 35-Jährigen in Chemnitz hatte es dort in den vergangenen Tagen mehrfach Kundgebungen und Aufmärsche rechter Gruppen gegeben. Es kam dabei auch zu Angriffen auf Ausländer und Journalisten. Zwei mutmaßlich aus Syrien und dem Irak stammende Männer sitzen wegen des Tötungsdelikts in Untersuchungshaft. Nach einem dritten Tatverdächtigen wird seit Dienstag gefahndet.

Quelle: n-tv.de