Politik

Steuerhinterziehung Millionen-Geldsegen für Hessen

1700 Steuerbetrüger haben bereits gebeichtet. Über 100 Millionen Euro Mehreinnahmen darf sich das Land freuen. Doch damit will sich der hessische Finanzminister nicht zufrieden geben. Mit zusätzlichen Fahndern sollen auch die letzten Steuersünder aufgespürt werden.

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Wenn der Steuerfahnder klingelt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Flut von Selbstanzeigen deutscher Steuersünder beschert dem Land Hessen wohl einen Geldsegen von mindestens 100 Millionen Euro. Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) erwarte Steuermehreinnahmen in dieser Höhe, teilte das Ministerium in Wiesbaden mit. Im Gegensatz zu Hessen führten Steuerfahnder in Bayern und im Saarland in den vergangenen Tagen bereits erste Hausdurchsuchungen durch. Grundlage der Ermittlungen sind die von Nordrhein-Westfalen angekauften und an die jeweiligen Bundesländer weitergeleiteten Steuersünder-Daten.

In Hessen summierten sich die bisher unversteuerten Kapitalerträge nach Darstellung der Betroffenen auf 303,4 Millionen Euro. Im Durchschnitt hatten die Anleger 175.000 Euro in der Schweiz auf der hohen Kante. Inzwischen liegen nach Behördenangaben rund 1700 Selbstanzeigen von hessischen Bürgern mit Geld in der Schweiz vor.

Hessens Finanzminister mahnte Steuersünder, die noch keine Selbstanzeige gestellt haben, sich bei den Behörden zu melden. Die Luft für Steuerhinterzieher werde immer dünner. Hessen habe mit dem Einsatz von 40 zusätzlichen Fahndern den Druck massiv erhöht. Bei einer Selbstanzeige muss der Steuersünder nur Steuern und Zinsen nachzahlen. Eine Strafe droht nicht - vorausgesetzt, der Fall ist den Behörden noch nicht bekannt.

Quelle: n-tv.de, dpa

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