Politik

Rassistische Gewalt in Griechenland Minister sieht "neues Phänomen"

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Die Anhänger der Partei "Goldene Morgenröte" sind rassistisch und in Teilen Gewaltbereit.

(Foto: picture alliance / dpa)

Gewalt aus rassistischen Motiven habe es vor der Krise in Griechenland nicht gegeben, sagt ein Minister. Die Polizei müsse sich nun auf dieses Thema einstellen, nachdem die Rassisten immer aggressiver werden.

Der griechische Minister für Öffentliche Ordnung, Nikos Dendias, hat Rassismus in Griechenland als "neues Phänomen" für die Polizei bezeichnet. Für griechische Polizisten sei das ein "unbekanntes Feld", sagte er der Zeitung "Kathimerini". Rassistische Verbrechen seien ein "komplexes Thema", mit dem vorsichtig umgegangen werden müsse. Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise und drastischen Kürzungsmaßnahmen sind in Griechenland rassistische Übergriffe auf dem Vormarsch.

Mitte August hatten fünf Männer in der Hauptstadt Athen einen jungen Iraker erstochen. Die Tat wurde mit der Neonazi-Partei "Goldene Morgenröte" in Verbindung gebracht, die seit Juni mit 18 von insgesamt 300 Abgeordneten im Parlament vertreten ist.

Menschenrechtsorganisationen hatten zuletzt scharfe Kritik an der "massiven Verfolgung" von Einwanderern ohne gültige Papiere in Griechenland geübt. Die griechische Polizei ging im vergangenen Monat in einer großangelegten Aktion gegen solche Menschen vor und nahm Tausende von ihnen fest. Dendias sagte der Zeitung, die erste Auswertung der Aktion "Xenios Zeus" werde es am 31. Dezember geben. Sie werde über die nächsten Schritte entscheiden. Die Einwanderung von Migranten bezeichnete Dendias als "Frage des nationalen Überlebens" und sprach sich für eine Ausweitung der Razzien aus.

Im hochverschuldeten Griechenland gibt es amtlichen Angaben zufolge etwa 800.000 Migranten mit gültigen Papieren sowie Schätzungen zufolge 300.000 mit ungültigen oder gar keinen Papieren.

Quelle: ntv.de, dpa