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Wieder Krawalle in Sachsen Mob attackiert Bus mit Flüchtlingen

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Die Angreifer sollen auch mit diesem Puppenkopf geworfen haben. Die Flüchtlinge legten ihn später auf diese Pappe.

(Foto: dpa)

Etwa 30 Menschen blockieren die Zufahrt zu einer Asylunterkunft, als ein Bus mit Flüchtlingen ankommt. Dann fliegen Steine und Böller. Wie schon viele Male zuvor in Sachsen, muss die Polizei Flüchtlinge vor fremdenfeindlicher Gewalt schützen.

In Sachsen ist es erneut zu schweren Ausschreitungen vor einer Flüchtlingsunterkunft gekommen. Bis zu 30 Menschen griffen am Donnerstagabend in Jahnsdorf bei Chemnitz einen Bus mit Asylsuchenden bei der Ankunft an. Das teilte das Operative Abwehrzentrum der Polizei (OAZ) mit, das für extremistische Straftaten zuständig ist. Demnach hat die Gruppe zunächst die Zufahrt zur Flüchtlingsunterkunft blockiert, dann warfen drei bis sechs Täter aus der Gruppe heraus Steine und zündeten Böller. Die Flüchtlinge seien in Angst und Schrecken versetzt worden.

Der Busfahrer wurde durch einen Böller am Fuß verletzt. Auch ein Mitarbeiter des Wachdienstes wurde getroffen, er konnte den Feuerwerkskörper aber noch mit dem Fuß wegschießen. Eine Fensterscheibe des Busses ging zu Bruch.

Laut OAZ-Sprecherin Kathleen Doetsch griff die Polizei sofort ein und stellte auch die Identität von Beteiligten fest. Die Flüchtlinge hätten die Unterkunft anschließend nicht mehr beziehen wollen und seien in ein anderes Quartier gebracht worden. Das OAZ ermittelt wegen Landfriedensbruchs.

Immer wieder Hass und Gewalt

In Sachsen war es in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen vor Asylbewerberunterkünften gekommen, darunter in Freiberg, Freital und Meerane. Besonders heftige Krawalle gab es in Heidenau bei Dresden: Dort versuchte ein rechter Mob im Sommer, den Einzug von Flüchtlingen in einen früheren Baumarkt zu verhindern, und lieferte sich eine Straßenschlacht mit der Polizei.

Nach Angaben der Informationsplattform "Mediendienst Integration" führt Sachsen dieses Jahr mit großem Abstand die Liste ausländerfeindlicher Übergriffe und Aktionen in Deutschland an. Bis Ende November wurde fast ein Viertel aller 2015 registrierten Brandanschläge auf Asylunterkünfte in Sachsen verübt. Insgesamt wurden demnach 459 Angriffe auf solche Einrichtungen registriert. Sachsen liegt auch hier mit 126 Vorfällen an der Spitze. Die Daten stammen aus Zahlen der Polizei und von Opferberatungen, hieß es.

"Wir werden den Verantwortlichen für diesen feigen Gewaltexzess den Prozess machen und sie zur Rechenschaft ziehen", versprach Innenminister Markus Ulbig zu dem neuen Vorfall in Jahnsdorf. Integrationsministerin Petra Köpping sagte: "Eine kleine radikale und hochgefährliche Minderheit versetzt das ganze Land in Schrecken." Ein Dialog sei sinnlos.

Die Gemeinde distanzierte sich von den Ausschreitungen und geht davon aus, dass die Krawallmacher von außerhalb kamen. Das lasse sich aus ersten Informationen der Polizei ableiten, sagte Verwaltungsleiter Albrecht Spindler. In der Vergangenheit habe es wiederholt Proteste gegen das Containerdorf für Flüchtlinge gegeben, allerdings sei alles friedlich geblieben.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa

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