Politik

Anschlag in Washington vereitelt Modell-Flieger fürchten FBI

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Das Haus von Rezwan Ferdaus in Ashland, Massachusetts.

(Foto: AP)

Wut, Furcht und ein wenig fachmännischer Spott: Die amerikanische Fangemeinde von ferngesteuerten Modellflugzeugen ist in heller Aufregung. Grund ist die Nachricht vom vereitelten Plan eines 26-Jährigen, der Pentagon und Kongress mit sprengstoffgefüllten Mini-Fliegern angreifen wollte.

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Mit diesem Flugzeug wollte der 26-Jährige eines der Zentren der Macht in Washington attackieren.

(Foto: dpa)

Nach der Festnahme eines Hobby-Piloten ferngesteuerter Mini-Flugzeuge fürchten andere Anhänger dieser Freizeitbeschäftigung eine massive Rufschädigung - und strenge Auflagen. Der 26-jährige Rezwan Ferdaus wollte Modellflugzeuge mit Bomben an Bord in das Pentagon und den Kongress stürzen lassen. Seinen Sprengstoff erstand er allerdings bei einem FBI-Agenten. Nun droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe.

"Mist, noch ein Grund, unser Hobby ans Kreuz zu schlagen", schreibt der Forenbesucher "Jolt" auf runryder.com. Mit seiner Befürchtung ist er nicht allein. Auch User "MartyH" schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. "Das ist wirklich unser schlimmster Albtraum." Die meisten Modellbaufreunde befürchten, dass Funk-Flieger demnächst die gleiche Aufmerksamkeit "genießen" werden wie verdächtige Hamsterkäufe von Agrarchemikalien (Bombenbau) und radikale Bürger-Milizen (Brutstätte von Attentätern). Einige berichten schon jetzt von neugierigen Nachfragen durch das FBI. "Bei mir im Club waren sie auch schon und wollten wissen, ob in letzter Zeit Fremde merkwürdige Fragen über Reichweite und Flughöhe von Modellflugzeugen gestellt hätten", berichtet ein Forenbesucher.

Auch wird befürchtet, dass nun eine Debatte über strenge Restriktionen für Modellflugzeuge beginnt. Der Fernsehsender CNN kramte sogleich ein Zitat des US-Senators Charles Schumer aus dem Jahre 2007 hervor: "Diese Dinger sind echt gefährlich. Die Frage ist, wie man sie kontrolliert." Bisher gelten eine Maximalflughöhe von rund 120 Metern und eine Höchstgeschwindigkeit von rund 160 km/h, festgelegt von der nationalen Luftfahrtbehörde FAA. Außerdem dürfen die kleinen Flugzeuge und Helikopter nur unter Beachtung bestimmter Regeln in der Nähe von Wohnsiedlungen geflogen werden, dazu kommen Vorschriften zur Beschaffenheit der Fluggeräte. Und wer sich mit seinem Modellflieger näher als 4,8 Kilometer einem Flughafen nähert, muss den Flug vorher im Tower anmelden.

Attentäter wird verlacht

Allerdings schütten die Modellbau-Piloten auch eine Menge Spott über dem Möchtegern-Attentäter aus. Rezwan Ferdaus hatte sich für seinen Angriff das Modell einer F-86 ausgesucht - für die "Profis" offenbar eine schlechte Wahl. Erstens sei das Modell mit einem Kaufpreis von rund 150 Euro eher eine Sparvariante gewesen. Und zweitens sei das Mini-Flugzeug kaum in der Lage gewesen, die geplante Menge an C-4-Sprengstoff zu tragen. "So ein Idiot. Die F-86 hat doch gar keinen Platz für das ganze C-4", schreibt ein User. "Der plante wohl mit einem Monster-Motor", amüsiert sich ein anderer.

Quelle: n-tv.de

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