Politik

Rehabilitierung der Katyn-Opfer Moskau zeigt Entgegenkommen

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Ein Massengrab in Katyn im Jahr 1943.

AP

Über 70 Jahre nach der Hinrichtung von über 20.000 polnischen Offizieren und Intellektuellen durch sowjetische Truppen erklärt sich Moskau bereit, die Opfer zu rehabilitieren. Möglicherweise will Russland damit Entschädigungszahlungen vermeiden.

Russland ist nach den Worten seines Außenministers Sergej Lawrow zu einer Rehabilitierung der Opfer des Massakers von Katyn bereit. Dies ließe sich auf Ebene der Regierungen in Moskau und Warschau regeln, ohne dazu Gerichte einzuschalten, sagte Lawrow russischen Radiostationen.

In Katyn wurden 1940 über 20.000 polnische Offiziere und Intellektuelle von den Sowjets hingerichtet. Erst 1990 bekannte sich Moskau zu der Verantwortung. Angehörige bemühen sich seit Jahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte um eine nachträgliche Rehabilitierung der Opfer.

Der renommierte russischer Historiker Nikita Pietrow erklärte unlängst gegenüber der "Gazeta Wyborcza", dass die russische Regierung vermutlich keines der Opfer einzeln rehabilitieren wolle. Er betonte, dass Moskau eine namentliche Rehabilitierung fürchte, da man Angst habe, die Angehörigen könnten Entschädigungen für den Tod ihrer Nächsten verlangen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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