Politik

Bombenterror im Irak Nahezu 130 Todesopfer

Bei Anschlägen in hauptsächlich von Schiiten bewohnten Gebieten im Irak sind am Donnerstag nahezu 130 Menschen ums Leben gekommen. In der Hauptstadt Bagdad sprengte sich ein Selbstmordattentäter auf einem Markt im Bezirk Schaab in die Luft und riss 76 Menschen mit in den Tod, die meisten davon Frauen und Kinder. Ungefähr gleichzeitig detonierten drei Autobomben in der Stadt Chalis nördlich von Bagdad, dabei wurden Polizeiangaben zufolge 53 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt.

In den vergangenen Tagen hatte sich die Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten verschärft. Erst am Mittwoch erschossen Bewaffnete bei einem mutmaßlichen Vergeltungsangriff auf ein sunnitisches Viertel der Stadt Tal Afar nahe der syrischen Grenze bis zu 70 Männer. Am Vortag waren dort bei zwei Bombenangriffen 85 Menschen getötet worden.

"Historische Herausforderung"

Unterdessen wurde der neue US-Botschafter im Irak, Ryan Crocker, vereidigt. Bei der Zeremonie in der Grünen Zone sagte Crocker dem Sender CNN zufolge, die USA sähen sich vor einer historischen Herausforderung. "Terroristen, Aufständische und Milizen bedrohen weiterhin die Sicherheit in Bagdad und im Land. Die Sicherheit ist fraglos das Hauptproblem."

Im saudischen Riad wies der irakische Außenminister Hoschiar Sebari die Kritik Saudi-Arabiens an der Präsenz der US-Truppen im Irak vehement zurück. "Wir denken nicht, dass dies eine illegale Besatzung ist", sagte Sebari am Rande des Gipfels der Arabischen Liga. Der saudi-arabische König Abdullah hatte in seiner Eröffnungsrede erklärt, Sunniten und Schiiten töteten einander im Irak im Schatten der "illegalen Besatzung". Sebari erklärte, die ausländischen Truppen seien auf Grund internationaler Beschlüsse im Irak. Die gewählte irakische Regierung habe ihre Anwesenheit akzeptiert.

Das Weiße Haus in Washington widersprach ebenfalls der Kritik des saudi-arabischen Königs Abdullah. "Es trifft nicht zu, dass die Vereinigten Staaten als Besatzer im Irak sind. Wir sind auf Einladung der souveränen, demokratisch gewählten Regierung dort", sagte die stellvertretende Präsidentensprecherin Dana Perino. Zum gegenwärtigen Verhältnis der USA zu Saudi-Arabien sagte sie: "In jeder Beziehung gibt es Höhen und Tiefen. Wir alle wollen Frieden im Nahen Osten."

122 Mrd. weitere Dollar für die Kriege

In Washington stimmte der US-Senat für einen Gesetzentwurf, der Präsident George W. Bush weitere etwa 122 Milliarden Dollar vor allem für den Krieg im Irak und in Afghanistan zugesteht. Allerdings knüpfte der Senat dies an die Bedingung, dass die US-Kampftruppen bis Ende März 2008 aus dem Irak abgezogen werden. Bush hatte angekündigt, sein Veto gegen das Gesetz einzulegen.

Quelle: ntv.de