Politik
Montag, 11. Juli 2011

In der gesellschaftlichen Kampfzone: Nahles bekommt "fiese" Briefe

Nach der Geburt von Tochter Ella macht SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles ganz neue, bedenkliche Erfahrungen. Statt Lob für ihren Mann, der in Elternzeit ist, kommen Briefe, die ihr Karrieregeilheit vorwerfen. Offenbar sind die modernen Zeiten noch nicht überall angekommen.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles bekommt böse Briefe, weil sie nur kurz in der Babypause war und schnell in den Job zurückgekehrt ist. "Mutter sein und eine Führungsaufgabe wahrnehmen ist offenbar immer noch eine gesellschaftliche Kampfzone", sagte die 41-Jährige der Zeitschrift "Brigitte". Die Politikerin berichtet von "fiesen Briefen von wegen Egotrip, karrieregeil und so" - und die kämen überwiegend von Männern.

Nahles in der Präimplantationsdebatte im Bundestag.
Nahles in der Präimplantationsdebatte im Bundestag.(Foto: dpa)

Nahles ist sich sicher: "Kind und Karriere geht - auch wenn man manchmal hin- und hergerissen ist." Sie konzentriere sich jetzt stärker auf das Wesentliche. "Bei meiner Arbeit gucke ich jetzt genau: Macht das Sinn? Durch das Kind verschleudere ich nicht mehr so viel Kraft für Unnötiges, und davon profitieren alle."

Nahles brachte im Januar ihre Tochter Ella auf die Welt; zwei Monate später saß sie wieder am Schreibtisch im Berliner Willy-Brandt-Haus, ihr Mann ging in Elternzeit.

Quelle: n-tv.de