Politik

Lieferungen dadurch schneller?Erlaubnis erteilt: Ukraine darf Waffen über die Nato kaufen

22.10.2026, 15:57 Uhr
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Seit über vier Jahren herrscht ein vollumfänglicher Krieg in der Ukraine. Ein Waffenstillstand scheint nicht in Sicht. (Foto: REUTERS)

Die Ukraine ist nach wie vor kein Mitglied der Nato, doch ihre Beziehungen vertiefen sich. Nun erlaubt das Militärbündnis den Zugriff auf seine zentrale Beschaffungsagentur. Dadurch könnte die Regierung in Kiew Waffen vergleichsweise schneller und günstiger erhalten.

Die Nato ermöglicht der Ukraine nach eigenen Angaben den Kauf von Waffen über ihre Beschaffungsagentur NSPA (Nato Support and Procurement Agency). Wie die Behörde erklärte, sei Kiew einer besonderen Kooperationspartnerschaft beigetreten, an der bislang sechs Mitgliedstaaten des Bündnisses beteiligt sind: Belgien, Luxemburg, Norwegen, Schweden und das Vereinigte Königreich. Damit profitiere die Ukraine von "Wissen, Fähigkeiten und Expertise" der Agentur, hieß es in einer Mitteilung. Der Ukraine stehe nun der Weg offen, Waffen auf einer Einzelfall-Basis über die Agentur zu beschaffen.

Die Partnerschaft werde helfen, die ukrainische Industrie "enger mit Wachstumsmöglichkeiten zu verbinden", erklärte Jacqueline Borsboom, eine Direktorin der NSPA. Gleichzeitig würden die Nato-Länder und ihre Partner, "von der kampferprobten Innovationskraft und Einsatzerfahrung" der Ukraine lernen. Wie die "Financial Times" schrieb, könnte die Regierung in Kiew durch die Erlaubnis Rüstungsgüter möglicherweise schneller und kostengünstiger erhalten.

Mit dem Schritt wird die Zusammenarbeit zwischen Nato und der Ukraine weiter verstärkt. Einen Beitritt zum Bündnis haben die USA vorerst ausgeschlossen. Die Nato hilft jetzt bereits bei der Koordinierung von Waffenlieferungen an die Ukraine und betreibt ein gemeinsames Zentrum, um Erkenntnisse aus Russlands Angriffskrieg zu gewinnen. Der Verkauf von Rüstungsgütern über die NSPA ist der Ukraine bereits seit Anfang des Jahres erlaubt. Die Unterstützung hat einen hohen Stellenwert: 99 Prozent der gesamten militärischen Hilfen für die Ukraine stammen von Nato-Mitgliedsstaaten.

Kriegsende nicht in Sicht

Die Erlaubnis kommt nach erneuten schweren Attacken Russlands auf die Ukraine. Dabei hatte sich der Kreml zuvor gesprächsbereit gezeigt und ein gemeinsames Treffen mit den USA und der Ukraine im November in Aussicht gestellt. US-Präsident Trump äußerte sich zuversichtlich über ein baldiges Ende des Krieges.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezweifelt das. Er sieht in neuen russischen Raketenangriffen auf sein Land einen Beweis dafür, dass der Kreml seine Haltung zum Krieg nicht geändert habe. Russland habe ein Dutzend ukrainische Regionen in der Nacht angegriffen, so Selenskyj auf Telegram. Insgesamt seien 34 Menschen verletzt worden, unter ihnen auch Kinder. Selenskyj forderte die Verbündeten auf, "echten Druck" auf Moskau aufrechtzuerhalten und mehr Luftabwehrausrüstung zu liefern.

Die aktuellen Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine gibt es in unserem Liveticker.

Quelle: ntv.de, sts/AFP

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