Politik

"Gehen Sie jetzt" Neuer Finanzminister ruft Johnson zum Rücktritt auf

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Zahawi war erst vor weniger als 48 Stunden von Johnson ernannt worden.

(Foto: dpa)

Der erst am Dienstag ins Amt berufene britische Finanzminister Zahawi fordert Premierminister Johnson öffentlich zum Rücktritt auf. "Premierminister, in Ihrem Herzen wissen Sie, was das Richtige ist. Gehen Sie jetzt", schreibt Zahawi in einem Brief an Johnson.

Nur wenige Tage nach seiner Berufung hat der britische Finanzminister Nadhim Zahawi Premierminister Boris Johnson zum Rücktritt aufgefordert. In einem Brief, den Zahawi auf Twitter veröffentlichte, richtete er sich direkt an den Premier.

"Premierminister, in Ihrem Herzen wissen Sie, was das Richtige ist. Gehen Sie jetzt", schreibt Zahawi. Das Land verdiene eine Regierung, die nicht nur stabil sei, sondern auch integer handele. Die Krise, in der sich die Regierung befinde, werde nur noch schwerer. "Dies ist nicht tragbar, und es wird nur noch schlimmer werden, für Sie, für die Konservative Partei und vor allem für das Land", erklärte Zahawi, nachdem mehr als 50 Minister und führende Regierungsmitarbeiter zurückgetreten waren.

Zahawi war erst vor weniger als 48 Stunden von Johnson ernannt worden, nachdem der vorherige Finanzminister Rishi Sunak und Gesundheitsminister Sajid Javid am Dienstag überraschend zurückgetreten waren und damit die Reihe an Abgängen in der Regierung losgetreten hatten, die Johnson immer stärker unter Druck setzen.

Ausgelöst wurde die jüngste Regierungskrise in Westminster durch eine Affäre um Johnsons Parteikollegen Chris Pincher, dem sexuelle Belästigung vorgeworfen wird. Zuvor war herausgekommen, dass Johnson von den Anschuldigungen gegen Pincher wusste, bevor er ihn in ein wichtiges Fraktionsamt hievte. Das hatte sein Sprecher zuvor jedoch mehrmals abgestritten.

Die Regierungspartei war in den vergangenen Monaten von einer ganzen Reihe von Sexskandalen erschüttert worden. Hinzu kommt der Skandal um alkoholgeschwängerte Partys am Regierungssitz während des Corona-Lockdowns.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa/rts

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