Politik
Samstag, 08. Dezember 2007

Botschaften in Kairo und Moskau: Neuer Visa-Skandal aufgedeckt

Nach der "Visa-Affäre" in der Ukraine sind in zwei weiteren deutschen Botschaften Schiebereien mit gefälschten Visa- Anträgen aufgedeckt worden. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte einen entsprechenden Medienbericht. Demnach haben Botschaftsmitarbeiter in Ägypten und Russland zahlreichen Ausländern mit gefälschten Papieren eine Einreiseerlaubnis für die Bundesrepublik beschafft. Die Manipulationen wurden nach Angaben eines Ministeriumssprechers bei einer internen Prüfung entdeckt.

Dem Auswärtigen Amt (AA) zufolge wurden möglicherweise mehrere hundert Visa unter falschen Voraussetzungen erteilt. Nach "Spiegel"- Informationen überprüfen vier Beamte des AA und der Bundespolizei in Kairo derzeit nochmals rund 50.000 Anträge. Dort richtet sich der Verdacht gegen sechs ägyptische Mitarbeiter der Botschaft. Sie sollen deutschen Visa-Entscheidern gefälschte Papiere vorgelegt haben, um Antragstellern eine Einreiseerlaubnis zu beschaffen. Bislang sei man auf 132 Fälle gestoßen.

In Moskau soll ein Mitarbeiter mit gefälschten Unterlagen dafür gesorgt haben, dass mehr als 1250 Antragsteller ein Visum erhielten. In beide Fälle schaltete sich als zuständige Behörde auch die Staatsanwaltschaft Berlin ein. Nach Angaben von "Spiegel Online" hat sich das Auswärtige Amt inzwischen von dem Mitarbeiter in Moskau sowie mehreren Beschäftigten in Kairo getrennt. Offiziell gab es dafür keine Bestätigung. Der Ministeriumssprecher sagte nur, es würden "organisatorische und andere Konsequenzen" gezogen.

In den deutschen Auslandsvertretungen wird jedes Jahr über etwa 2,5 Millionen Visa-Anträge entschieden. Vor einiger Zeit hatte auch die Visa-Vergabepraxis in der deutschen Botschaft in der Ukraine sowie in anderen Vertretungen für Wirbel gesorgt. Mit den Fällen befasste sich auch ein Untersuchungsausschuss des Bundestages.



Quelle: n-tv.de