Politik

Abonnenten-Rekord "New York Times" trotzt Trumps Hasstiraden

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Donald Trump ist die Berichterstattung der "New York Times" seiner Person gegenüber zu kritisch.

(Foto: imago/Levine-Roberts)

Die "New York Times" und Donald Trump werden wohl keine Freunde mehr. Kürzlich behauptet der designierte US-Präsident, der Zeitung würden die Leser abhanden kommen. Das will die "NYT" nicht auf sich sitzen lassen - und veröffentlicht Fakten, die das Gegenteil beweisen.

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Die "New York Times" hat eigenen Angaben zufolge in den sieben Tagen nach der US-Wahl ein Plus von 41.000 neuen Abonnements verzeichnet. Diese Zahlen umfassten digitale Bezahlangebote ebenso wie die Print-Ausgabe, teilt das Unternehmen mit. Insgesamt sei es der größte Zuwachs, seit die Zeitung im Jahr 2011 digitale Bezahlmodelle einführte.  

Der designierte US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich noch behauptet, das Blatt verliere nach der Wahl wegen der schlechten Berichterstattung über ihn massiv Leser und Abonnements. Trump beschimpfte die Zeitung regelmäßig über Twitter, auch während des Wahlkampfes.

Trump: New York Times ist "unehrlich"

Derweilen verzeichnete die "New York Times" in diesem Quartal insgesamt rund 100.000 neue Digital-Abos. Die Tage rund um die Wahl hätten ihr einen Rekordzugriff auf ihre Seite beschert, verkündete die Zeitung. Außerdem hätten sich Leser an diesen Tage mehr als fünf Mal so lange auf der Seite aufgehalten – insgesamt 12,8 Millionen Stunden. Dieses erhöhte Interesse an Nachrichten habe jetzt auch zu den vermehrten Abonnements geführt, so der Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, Mark Thompson.

Gleichzeitig lobte Thompson sein Team: "Unsere Nachrichtenredaktion hat während des gesamten Wahlkampfes außergewöhnliche Arbeit geleistet." Die neuen Abonnementenzahlen seien Beweis dafür, dass es in der US-amerikanischen Bevölkerung weiterhin eine Nachfrage nach "qualitativem, tiefgründigem und unabhängigem Journalismus" gebe. Diesen würde die Zeitung weiterhin ohne Angst oder Bevorzugungen ausüben.

Etwas, was Donald Trump ärgern dürfte. Er wirft der "New York Times" Parteilichkeit und einseitige Berichterstattung vor. Erst vor einigen Tagen nannte er die Zeitung nach einem Bericht über seine Haltung zu Atomwaffen "unehrlich".

Quelle: n-tv.de, lou/dpa