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In einer schwierigen Situation: SPD-Chef Schulz und Fraktionschefin Nahles.
In einer schwierigen Situation: SPD-Chef Schulz und Fraktionschefin Nahles.(Foto: imago/photothek)
Montag, 05. Februar 2018

RTL/n-tv Trendbarometer: Niedrigste Mobilisierung der SPD seit 1918

Wäre eine Große Koalition schlecht für die SPD? In der neuen Forsa-Umfrage steht die Partei erneut schlecht da. Das liegt auch an den schlechten Werten für Martin Schulz. Viele Wähler gehen davon aus, dass ein Bündnis mit der Union den Sozialdemokraten schadet.

Wenn in dieser Woche Neuwahlen in Deutschland wären, gäbe es für CDU/CSU (33 Prozent), Linke (9) und AfD (13) kaum Änderungen zum Ergebnis bei der Bundestagswahl. Die Grünen erreichen 13 Prozent und somit vier Punkte mehr als im September. FDP und SPD liegen unterhalb ihres Wahlergebnisses. Die Liberalen stehen bei 9, die SPD bei 18 Prozent.

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Forsa-Chef Manfred Güllner sagt dazu: "Bei einer Wahlbeteiligung von 76 Prozent wären es nur 14 Prozent aller Wahlberechtigten, die der SPD ihre Stimme gäben. Das wäre die niedrigste Wählermobilisierung der deutschen Sozialdemokraten bei einer Reichstags- oder Bundestagswahl seit Einführung des allgemeinen Wahlrechts 1918. Selbst bei den letzten Wahlen der Weimarer Republik haben mehr Wahlberechtigte SPD gewählt - im November 1932 waren es 16,3 Prozent aller Stimmberechtigten, im März 1933 16,1 Prozent."

Einer der Faktoren für die schlechten Umfragewerte der SPD ist der mangelhafte Zuspruch für ihren Parteichef Martin Schulz. Der läge derzeit im "Kanzler-Duell" nicht nur weiter deutlich hinter Angela Merkel - es ist sein schlechtester Wert bisher. Wenn die Deutschen den Kanzler direkt wählen könnten, würden sich nur noch 14 Prozent für Schulz entscheiden. Vor einem Jahr, im Februar 2017, wollten ihn noch 37 Prozent wählen. Amtsinhaberin Angela Merkel kommt auf 46 Prozent. 40 Prozent würden sich im Fall einer Direktwahl für keinen der beiden entscheiden.

In vielen parteiinternen Diskussionen der SPD wird immer wieder unterstellt, die Große Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel habe der Partei den großen Vertrauens- und Bedeutungsverlust beschert. Eine Neuauflage werde den Sozialdemokraten weiteren Schaden zufügen. Die Bevölkerung ist allerdings in dieser Frage gespalten. 49 Prozent der Befragten äußern in einer Forsa-Umfrage die Überzeugung, die SPD werde durch die GroKo Schaden nehmen. 48 Prozent sind nicht dieser Meinung, da das schlechte Erscheinungsbild der SPD nichts mit der Großen Koalition zu tun habe. Vor allem Arbeiter (64 Prozent) und Anhänger der Linken (79) und der AfD (76) erwarten, dass die Große Koalition der SPD Nachteile einbringt. Anhänger der FDP (55), der CDU/CSU (62) und auch der SPD (51) sind mehrheitlich der Meinung, die geringe Zustimmung zur Sozialdemokratie habe mit der GroKo nichts zu tun.

Insgesamt ist das Vertrauen der Deutschen in eine neue Große Koalition nicht sehr groß. "Wie wird eine neue Große Koalition das Land regieren?", hat Forsa gefragt. "Gut" haben 43 Prozent der Befragten geantwortet. 35 Prozent befürchten, dass die GroKo das Land "weniger gut" regiere, 17 Prozent erwarten gar eine schlechte Regierung. Die positivsten Erwartungen an eine Große Koalition haben die Anhänger der Grünen (47 Prozent), der SPD (52) und der Union (69) sowie Schüler und Studenten (56) und Beamte (61). Die größten GroKo-Skeptiker finden sich bei den Anhängern der FDP (62), der Linken (79) und der AfD (96) sowie bei den Selbständigen (59) und den Arbeitern (69).

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Quelle: n-tv.de