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Know-how zum Bau von Atomwaffen Nordkorea hilft Iran

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Das iranische Atomkraftwerk in Buschehr.

picture-alliance/ dpa/dpaweb

Gefährliche Hilfe aus Pjöngjang: Nordkorea greift offenbar dem Iran beim Bau von Atomwaffen unter die Arme. Berichten zufolge hat Teheran ein Computerprogramm erhalten, das für die Konstruktion von atomaren Sprengköpfen hilfreich ist. Der Westen verdächtigt den Iran seit Jahren, heimlich in den Besitz von Atomwaffen gelangen zu wollen.

Nordkorea hat nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" dem Verteidigungsministerium in Teheran im Frühjahr ein hoch spezialisiertes Computerprogramm beschafft. Iran könnte dadurch wichtiges Know-how für den Bau von Atomwaffen gewinnen, berichtete das Blatt unter Berufung auf westliche Geheimdienstkreise. Mit dem Computerprogramm ließen sich Neutronenflüsse simulieren. Solche Berechnungen seien für die Konstruktion von Reaktoren unerlässlich, aber auch für die Entwicklung von atomaren Sprengköpfen.

Wissenschaftler aus Nordkorea sollen ihre iranischen Kollegen zudem an der Software ausgebildet haben. Das Geschäft mit dem Iran sei möglicherweise Teil einer umfangreicheren Zusammenarbeit, für die Teheran mehr als 100 Millionen Dollar gezahlt haben solle. Nach übereinstimmender Einschätzung von Experten wäre diese Summe allein für das Computerprogramm und die Schulung weit überhöht, berichtete die "SZ".

IAEA soll mehrere Atomkraftwerke besucht haben

Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete unterdessen, eine ranghohe Delegation der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) habe in der vergangenen Woche an fünf Tagen Atomstandorte im Iran besucht. Die Inspektoren hätten das Atomkraftwerk Buschehr, die Urananreicherungsanlagen in Fordo und Natans, die Anlage in Isfahan und den Schwerwasserreaktor in Arak besichtigt, sagte der iranische IAEA-Vertreter Ali Asghar Soltanieh. Dies zeige, dass der Iran "transparent" mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeite.

Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich nach Atomwaffen zu streben, was das Land zurückweist. Die IAEA untersucht seit Jahren, ob mit dem iranischen Atomprogramm militärische Zwecke verfolgt werden.

Der südkoreanische Atom-Unterhändler Wi Sung Lac wurde am Donnerstag zu Gesprächen in Peking erwartet. Er werde dort mit seinem chinesischen Kollegen Wu Dawei unter anderem über atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel sprechen, teilte das Außenministerium in Seoul mit. Nordkorea hatte die Sechs-Länder-Gespräche über sein Atomprogramm im April 2009 abgebrochen. Einen Monat später testete das Land nach eigenen Angaben zum zweiten Mal eine Atombombe. In den vergangenen Monaten erklärte sich Pjöngjang aber wiederholt bereit, zu den Sechser-Gesprächen mit den USA, China, Russland, Japan und Südkorea zurückzukehren.

Quelle: n-tv.de, AFP

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