Politik

Militäraktionen im Gazastreifen Palästinenser erschossen

Bei neuer Gewalt im Nahen Osten sind vier Palästinenser getötet worden. Zwei mutmaßliche Mitglieder der radikalen Hamas-Bewegung wurden nach israelischen Angaben im Gazastreifen von Soldaten erschossen, als sie am Grenzzaun zu Israel einen Sprengsatz legten.

Bei Neve Dekalim im Süden des Gazastreifens kam ein dritter Palästinenser durch Schüsse von Soldaten ums Leben. Der israelische Rundfunk meldete, drei Palästinenser hätten versucht, einen Armeestützpunkt anzugreifen. Dabei sei einer von ihnen tödlich getroffen worden. Nach palästinensischer Darstellung wollte der Mann dagegen lediglich eine israelische Straßensperre passieren, als er erschossen wurde.

Ein vierter Palästinenser starb in der Nähe der Grenze zu Ägypten. Israelischen Angaben zufolge trug er Sprengstoff an seinem Körper. Soldaten hätten ihn erschossen, als er auf einen israelischen Schützenpanzer zugelaufen sei.

Ägypter angeschossen

Nach Angaben der ägyptischen Grenztruppen verwundeten israelische Soldaten einen ihrer Soldaten. Den Angaben zufolge feuerten die Israelis bei Rafah auf einen Palästinenser, der versuchte, die befestigte Grenze zu Ägypten zu überqueren. Dabei sei der Ägypter getroffen worden.

Im Westjordanland wurde unterdessen ein israelischer Siedler aus Chavat Gilad unter dem Verdacht festgenommen, einen Palästinenser angegriffen zu haben. Der israelische Rundfunk meldete, der Mann habe den Palästinenser gemeinsam mit anderen Siedlern mit Stöcken geschlagen, bestohlen und seine Hunde auf dessen Esel gehetzt.

30 Jahre Haft

In einem Dorf bei Dschenin im nördlichen Westjordanland fanden israelische Soldaten etwa 50 Säcke mit Chemikalien und Dünger, die auch zum Bau von Sprengsätzen geeignet sind.

Im Westjordanland verurteilte ein israelisches Militärgericht unterdessen einen Palästinenser zu 30 Jahren Haft, weil er auf einen jüdischen Siedler geschossen und ihn schwer verletzt hatte. Ein anderer Palästinenser wurde für schuldig befunden, eine Bombe im Haus eines israelischen Offiziers in Raanana bei Tel Aviv gelegt zu haben und erhielt dafür eine Haftstrafe von 22 Jahren.

Einladung nach London

Großbritanniens Premierminister Tony Blair lud Vertreter der Palästinenser nach London ein. Er wolle erfahren, wie die internationale Gemeinschaft zur Fortsetzung des Friedensprozesses beitragen könne, erklärte Blair. Ein Datum für das Gespräch und die Namen der Gäste wurden nicht bekannt gegeben. An der Konferenz teilnehmen sollen auch Vertreter aus Staaten der Nahost-Region und des so genannten Nahost-Quartetts. Diesem gehören Repräsentanten der EU, der USA, Russlands und der Vereinten Nationen an.

Quelle: ntv.de