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Kuba wartet auf Benedikt XVI. Papst besucht Mexiko

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Benedikt XVI. neben der mexikanischen First Lady und Staatchef Calderón.

(Foto: REUTERS)

Hunderttausende Gläubige empfangen das Oberhaupt der Katholischen Kirche in Mexiko. Seine 23. Auslandsreise führt Benedikt den XVI. in das vom Drogenkrieg gebeutelte Land. Er mahnt die "Anbetung des Geldes" an, die viele Menschen versklave. Nach seinem Aufenthalt in Mexiko reist der Pontifex Maximus weiter nach Kuba.

Hunderttausende Gläubige haben Papst Benedikt XVI. zu Beginn seines ersten Besuches in Mexiko begeistert empfangen. Mehrere tausend Menschen schwenkten Vatikan-Fähnchen, als das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Flughafen von Guanajuato landete. Auf der mehr als 30 Kilometer langen Fahrt in die Stadt Léon säumten nach Angaben von Papst-Sprecher Federico Lombardi bis zu 700.000 Menschen die Straßen.

Bei seiner Ankunft sagte der Papst, er werde vor allem für diejenigen beten, "die unter jeglicher Form der Gewalt" litten. Staatschef Felipe Calderón sagte, der Besuch des Papstes sei eine "Geste der Solidarität mit unserem Volk, die wir nie vergessen werden". Sein Land befinde sich in einer "schwierigen Lage", sagte er mit Blick auf den Drogenkrieg, bei dem seit 2006 rund 50.000 Menschen ums Leben kamen.

Papst erinnert an Grundrechte

Während des Fluges hatte der Papst zu dem Thema gesagt: "Wir müssen alles Mögliche tun, um dieses Übel, das unsere Jugend zerstört, zu bekämpfen." Er forderte "moralische Verantwortung" und verurteilte die "Anbetung des Geld, die den Mensch versklavt". Zahlreiche Mexikaner hoffen angesichts der anhaltenden Gewalt, dass Benedikt XVI. bei seinem Besuch eine Botschaft des Friedens an das Volk richtet.

Der Papst erinnerte bei seiner Ankunft in Mexiko an das Grundrecht auf Religionsfreiheit und forderte die Christen auf, ihren Glauben zu erneuern. Mexiko ist weltweit das Land mit der zweithöchsten Zahl an Katholiken. 84 Prozent der 112 Millionen Mexikaner sind getauft. Allerdings ging die Zahl der praktizierenden Katholiken in den vergangenen Jahren deutlich zurück.

Der Papst habe sich sehr über den herzlichen Empfang in Mexiko gefreut, sagte Lombardi. Die Strecke vom Flughafen ins 34 Kilometer entfernte Léon fuhr das 84-jährige Kirchenoberhaupt mit dem sogenannten Papamobil.

Der Papst besucht während seines Aufenthaltes unter strengen Sicherheitsvorkehrungen die drei zentralmexikanischen Städte Silao, León und Guanajuato. Insgesamt sind 5400 Sicherheitskräfte im Einsatz. Ein Abstecher in die Hauptstadt Mexiko-Stadt war wegen deren Höhenlage nicht geplant. Heute hält der Papst eine Privatmesse ab; am Sonntag feiert er dann in León eine große Messe unter freiem Himmel.

Nächste Station ist Kuba

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Der Besuch von Johannes Paul II. in Kuba war ein Wegweise für die Beziehungen des Landes zur Katholischen Kirche.

(Foto: dpa)

Es ist die 23. Auslandsreise des katholischen Kirchenoberhaupts, aber erst sein zweiter Besuch in Lateinamerika, wo er im Jahr 2007 Brasilien besuchte. Benedikts Vorgänger, Papst Johannes Paul II., war fünf Mal in Mexiko.

Nach seinem Besuch in Mexiko will der Papst am Montag ins kommunistische Kuba weiterreisen. Dort stehen Gottesdienste im südöstlichen Santiago de Cuba und in der Hauptstadt Havanna auf dem Programm. Auch Treffen mit Staatschef Raúl Castro und möglicherweise mit dessen Bruder Fidel Castro sind vorgesehen. In Kuba sind nur zehn Prozent der Bevölkerung Katholiken.

Das Verhältnis war lange Zeit schwierig: Der Kubanischen Revolution von 1959 folgten Jahrzehnte des offiziellen Atheismus', die Beziehungen zwischen Staat und Kirche waren sehr angespannt. "Möge Kuba sich der Welt öffnen, damit sich die Welt Kuba öffnet." Mit seiner historischen Kuba-Reise und diesem zentralen Satz legte der damalige Papst Johannes Paul II. 1998 schließlich die Grundlage für ein besseres Verhältnis des kubanischen Staats zur Katholischen Kirche. Es war die erste Reise eines Papstes nach Kuba überhaupt. Johannes Paul II. war zu diesem Zeitpunkt seit 20 Jahren Oberhaupt der Katholischen Kirche und Kuba war das einzige lateinamerikanische Land, das er damals noch nicht besucht hatte.

Quelle: n-tv.de, fma/AFP

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