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Venezolaner brauchen Pässe Peru verwehrt Flüchtlingen die Einreise

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Eine Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation spricht in Ecuador mit Flüchtlingen mit dem Ziel Peru.

imago/Agencia EFE

An den Grenzübergängen im Norden Perus drängen sich die Flüchtlinge aus Venezuela. Zehntausende passieren Ecuadors "humanitären Korridor". Um den Zuzug zu bremsen, lässt Peru nur noch Menschen mit Reisepass ins Land.

Peru lässt seit Samstag nur noch venezolanische Flüchtlinge im Besitz eines Reisepasses ins Land und verwehrt damit zahlreichen Menschen die Einreise. Kurz vor Inkrafttreten der neuen Regelung drängten sich tausende Venezolaner durch die Grenzübergänge in Perus Norden, wie AFP-Reporter berichteten. Die Flüchtlinge waren mit Unterstützung des Nachbarlands Ecuador dorthin gelangt: Ecuador hatte seine Grenzkontrollen vorübergehend gelockert, um einen "humanitären Korridor" für die Durchreise nach Peru zu schaffen.

Mit den verschärften Einreisebestimmungen will Peru die Zahl der einreisenden Flüchtlinge aus Venezuela reduzieren. Nur etwa die Hälfte der fliehenden Venezolaner besitzt Pässe, die anderen haben nur Personalausweise.

Immer mehr Menschen verlassen Venezuela, das infolge von Ölpreisverfall und Misswirtschaft in einer tiefen Wirtschaftskrise steckt. Hyperinflation, Knappheit bei Nahrungsmitteln und Medikamenten sowie Engpässe bei der Strom- und Wasserversorgung machen vielen Venezolanern zu schaffen. Die Länder der Region fühlen sich von der steigenden Zahl der Fliehenden stark belastet.

In Peru wächst Unmut gegen Flüchtlinge

Ecuador unterstützte den Transit der Venezolaner aus humanitären Gründen. Wie Innenminister Mauro Toscanini erklärte, stellten die Behörden kostenlos 35 Busse bereit, die Migranten zur peruanischen Grenze brachten. "Gott sei Dank bin ich in Peru", freute sich ein 15-Jähriger, der mit seinen Eltern und einem Bruder geflohen war.

Peru ist wegen seiner stark wachsenden Wirtschaft für die Flüchtlinge interessant. Nach Angaben der Regierung in Lima sind insgesamt bereits 400.000 Venezolaner im Land - manche legten mit kleinen Kindern und Gepäck 2000 Kilometer zu Fuß zurück, andere kamen mit einem Bus oder im Auto. Im Land wächst der Unmut gegen die Zugezogenen.

Der Andrang an dem Grenzübergang Tumbes im Nordwesten Perus war so stark, dass er um Mitternacht in der Nacht zu Samstag geschlossen wurde, obwohl er normalerweise rund um die Uhr geöffnet ist. Wer dort bereits in der Schlange wartete, sollte jedoch zur Öffnung am Morgen den Grenzübergang passieren dürfen.

Millionen von Menschen verlassen Venezuela

Über den kleinen Grenzübergang Aguas Verdes kamen allein am Freitag mehr als 2500 Menschen, zehnmal so viele wie üblicherweise an einem Tag. Nach UN-Schätzungen sind bereits mehr als 2,3 Millionen Venezolaner wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise ins Ausland geflohen. Alleine Kolumbien gibt an, 870.000 Venezolanern eine befristete Aufenthaltsgenehmigung erteilt zu haben.

Ecuador rief 13 lateinamerikanische Staaten zu einem Treffen im nächsten Monat auf, um eine gemeinsame Strategie zu besprechen. Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres will ein Team einsetzen, um eine koordinierte regionale Reaktion auf den Flüchtlingsandrang zu organisieren.

Quelle: n-tv.de, fhe/AFP

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