Politik

Kim Jong Un entspannt? Pjöngjang akzeptiert Familientreffen

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Am 31. Januar will Kim Jong Un wieder direkte Kontakte zwischen Angehörigen koreanischer Familien zulassen.

(Foto: Reuters)

Die Zweifel an der Ernsthaftigkeit der nordkoreanischen Versöhnungsvorschläge sind groß in Südkorea. Doch plötzlich stimmt Pjöngjang auch wieder neuen Kontakten zwischen getrennt lebenden koreanischen Familien zu.

Nach seinen jüngsten Vorschlägen für eine Entspannung mit Südkorea hat Nordkorea auch der Wiederaufnahme direkter Kontakte zwischen Angehörigen auseinandergerissener Familien zugestimmt. Das Zustandekommen solcher Treffen wäre nach Ansicht von Beobachtern ein wichtiges Signal der Annäherung. Die Regierung in Seoul begrüßte, dass Nordkorea den Vorschlag für neue Familientreffen "wenn auch verspätet" akzeptiere. Solche Begegnungen hat es seit mehr als drei Jahren nicht mehr geben.

Nordkorea schlug dem südkoreanischen Roten Kreuz vor, dass die Familientreffen nach dem Mondneujahrstag, der auf den 31. Januar fällt, stattfinden könnten, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Südkorea könne den Termin selber bestimmen.

Noch vor wenigen Wochen hatte Nordkorea einen Vorschlag Südkoreas für neue Familientreffen abgelehnt. Und im vergangenen September hatte Pjöngjang mit der kurzfristigen Absage der bereits vereinbarten Familienkontakte für große Enttäuschung in Südkorea gesorgt. Die Landesteilung und der Korea-Krieg (1950-1953) hatte unzählige Familien auseinandergerissen.

Offener Brief an Südkorea

Das kommunistischen Regime in Pjöngjang hatte Südkorea in den vergangenen Tagen mehrmals Entspannungsmaßnahmen vorgeschlagen. Am Freitag veröffentlichten die Staatsmedien einen "offenen Brief" der Nationalen Verteidigungskommission an Südkorea, in dem es heißt: "Wichtig ist, eine mutige Entscheidung für die Einstellung aller feindseligen militärischen Handlungen zu treffen." Eine nukleare Katastrophe müsse vermieden werden. Eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel sei das Fernziel aller Koreaner.

Kommentatoren meinen, dass Pjöngjang damit den Druck auf Seoul erhöhen wolle. Der Brief folgte dem Aufruf des Regimes in der vergangenen Woche, beide Koreas sollten jede Verleumdungspropaganda und Provokationen stoppen. Der Vorschlag war mit der Forderung nach einem Verzicht auf die Frühjahrsmanöver der südkoreanischen Streitkräfte mit dem US-Militär verbunden. Das hatte Südkorea strikt abgelehnt.

Seoul hatte skeptisch auf den Vorstoß reagiert und Nordkorea zum Abbau seines Atomprogramms aufgerufen. Die Spannungen hatten seit dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar 2013 spürbar zugenommen. Nordkorea hatte unter anderem erklärt, seine Atomwaffen seien nicht verhandelbar.

Quelle: n-tv.de, dsi/dpa

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