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Vorwurf, Gespräche zu behindern Pjöngjang will nicht mit Pompeo verhandeln

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Nordkorea will nicht mehr mit US-Außenminister Pompeo sprechen - hier bei einem Treffen mit Machthaber Kim Jong Un im Mai 2018.

(Foto: KNCA)

Die Verhandlungen um das nordkoreanische Atomprogramm stocken seit dem Gipfel in Hanoi. Pjöngjang reagiert darauf, indem es nicht nur einen neuen Raketentest verkündet, sondern auch klarstellt, dass man nicht mehr mit dem US-Außenminister sprechen möchte.

Nordkorea will in den Atomgesprächen mit den USA nicht länger mit US-Außenminister Mike Pompeo verhandeln. Das nordkoreanische Außenministerium warf Pompeo einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge vor, die Gespräche zu behindern. Es bräuchte jemanden, der "vorsichtiger und reifer" kommunizieren könne, berichtete KCNA.

"Ich fürchte, dass sich die Gespräche weiter festfahren, wenn Pompeo weiter an den Gesprächen beteiligt ist", erklärte der für US-Angelegenheiten im nordkoreanischen Außenministerium zuständige Direktor Kwon Jong Gun laut KCNA. Im Falle einer möglichen Wiederaufnahme des Dialogs wünsche Pjöngjang deshalb einen anderen Gesprächspartner.

Keiner könne die Entwicklung auf der koreanischen Halbinsel vorhersehen, wenn die USA nicht den Hauptgrund abschafften, der die Regierung in Pjöngjang dazu bewogen habe, ihr Atomprogramm zu entwickeln, zitiert die Agentur den Ministeriumsvertreter weiter. Detaillierter ging der Diplomat nicht darauf ein.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte zuletzt den USA Bedingungen für ein drittes Gipfeltreffen mit Präsident Donald Trump zur Lösung des Atomkonflikts gestellt. Trump und Kim hatten sich erstmals im Juni 2018 in Singapur getroffen. Bei dem ersten Gipfel eines US-Präsidenten mit einem nordkoreanischen Machthaber hatte Kim seine grundsätzliche Bereitschaft zur atomaren Abrüstung erklärt. Ein zweiter Gipfel im Februar in Hanoi wurde vorzeitig abgebrochen.

Zudem meldete Nordkorea den Test einer neuen "taktischen Lenkwaffe". Experten werteten dies als Versuch, in den Gesprächen Druck auf die USA auszuüben. Die Waffe könne einen "mächtigen Sprengkopf" transportieren, schrieb KCNA. Demnach sei die Lenkwaffe auf "verschiedene Ziele" abgefeuert worden. Nähere Angaben machte die Agentur nicht. Eine unabhängige Bestätigung für den Test gab es bisher nicht.

Quelle: n-tv.de, mli/rts/AFP

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