Politik

Deutscher Umweltpreis vergeben Preisregen für die Solarbranche

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Einer der Preisträger ist Günther Cramer (l.), der hier vor der Technikzentrale der Solar-Akademie in Kassel steht.

(Foto: obs)

Der deutschen Solarbranche ging es auch schon mal besser. Wegfallende Subventionen und die Billig-Konkurrenz aus China macht den Herstellern Probleme. Wie wichtig jedoch Forschung und Entwicklung hierzulande sind, zeigen die Preisträger des Deutschen Umweltpreises.

Der mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Deutsche Umweltpreis geht in diesem Jahr an Unternehmer und Forscher aus der Solarbranche. Die eine Hälfte bekommt der Mitbegründer und Aufsichtsratschef der SMA Solar Technology AG in Kassel, Günther Cramer. Die zweite Hälfte des Preises geht an das Freiburger Unternehmer- und Forscher-Duo Andreas Bett und Hansjörg Lerchenmüller.

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Die zweite Hälfte des Umweltpreises geht an Hansjörg Lerchenmüller (l.) und Andreas Bett.

(Foto: dpa)

Die Preise werden am 28. Oktober in Leipzig durch Bundespräsident Joachim Gauck übergeben, teilte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück weiter mit. Die jährliche vergebene Auszeichnung ist nach Angaben der Stiftung der höchstdotierte Umweltpreis Europas.

Cramer gehört zu den Solarpionieren in Deutschland. 1981 gründete er mit zwei anderen Ingenieuren das Unternehmen System-, Mess- und Anlagentechnik, aus dem der heutige Solartechnik-Hersteller SMA Technology hervorging. Die Firma beschäftigt eigenen Angaben zufolge mittlerweile 5500 Menschen und ist Weltmarktführer für Solarwechselrichter. Damit kann der Gleichstrom der Solarzellen in Wechselstrom umgewandelt werden, wie er aus der Steckdose kommt. Es handelt sich damit quasi um das Herz jeder Photovoltaikanlage. Cramer ist auch Präsident des Bundesverbandes Solarwirtschaft.

Hilfe für Entwicklungsländer

Der Preis sei auch eine Auszeichnung für seine beiden Mitstreiter Peter Drews und Reiner Wettlaufer, betonte Cramer. "Wir sind und waren ein tolles Team." 2011 wechselte Cramer vom SMA-Vorstand in den Aufsichtsrat. Die drei Gründer riefen Stiftungen ins Leben, mit denen Geschäftsmodelle zur Verbreitung der Photovoltaik in Entwicklungsländern entwickelt und gefördert werden sollen.

Mit der zweiten Hälfte des Preises werden die Freiburger Bett und Lerchenmüller gewürdigt. "Sie sind der lebende Beweis für das erfolgreiche Zusammenspiel von wissenschaftlicher Exzellenz und unternehmerischem Mut", sagte DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde. Bett ist stellvertretender Leiter des in Freiburg beheimateten Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, Lerchenmüller Geschäftsführer der Soitec Solar GmbH mit Sitz in Freiburg. Gemeinsam haben sie Forschungen im Bereich der Photovoltaik von der Idee bis zum industriellen Produkt vorangetrieben, sagte Brickwedde.

Im Mittelpunkt steht die sogenannte Konzentrator-Technologie. "Sie kann Sonnenlicht mit hocheffizienten Mehrfach-Solarzellen und speziellen Sammellinsen weitaus wirkungsvoller nutzen als herkömmliche Silizium-Module", erläuterte Bett. Im Ergebnis könnten mit dieser Technik Modulwirkungsgrade von derzeit etwa 30 Prozent erreicht werden. "Damit ist die Energieausbeute rund doppelt so groß wie bei herkömmlicher Silizium-Technologie", so Lerchenmüller.

Die Entwicklungen wurden vom Fraunhofer ISE, für das Bett seit 1987 an Solarzellen forscht, maßgeblich mitbestimmt. Lerchenmüller forschte anfangs mit. 2005 übernahm er dann die Geschäftsführung des vom Fraunhofer ISE gegründeten Start-Up-Unternehmens Concentrix, heute Soitec Solar. Die Firma machte die Erfindungen serienreif. "Wir sind damit ein Zeugnis dafür, wie der Technologietransfer aus der Forschung in die Industrie gelingen kann und neue qualifizierte Arbeitsplätze entstehen können", sagte Bett.

Quelle: ntv.de, dpa

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