Nach Angriff auf US-FernsehteamPresseverband in Israel fordert von Behörden Schutz für Journalisten

Ein Team des US-Senders NBC wird im Westjordanland von radikalen Siedlern attackiert und filmt den Angriff. Der israelische Auslandspresseverband sieht ein wiederkehrendes Muster der Gewalt - und richtet eine Forderung an die eigene Regierung.
Der Auslandspresseverband in Israel (FPA) hat sich nach einem Angriff radikaler israelischer Siedler auf ein US-Fernsehteam "zutiefst alarmiert" gezeigt. Es handele sich dabei nicht um einen isolierten Vorfall, sondern um einen Teil eines "wiederkehrenden Musters der Gewalt gegen Mitglieder der Presse und palästinensische Zivilisten", hieß es in der Mitteilung.
Die Siedler hatten Medienberichten zufolge am Samstag Mitglieder eines US-Fernsehteams und eine palästinensische Familie im besetzten Westjordanland angegriffen. Dabei seien ein Mann und eine Frau verletzt worden, hieß es. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, der Vorfall habe sich im Dorf Dschalud südlich von Nablus ereignet. NBC News berichtete, dass mehrere Journalisten des US-Senders attackiert worden seien.
Die Journalisten hätten eine Familie zu ihrem Haus begleitet, das diese bereits vor längerer Zeit hatte verlassen müssen. Radikale Siedler hatten im Juli eine Familie aus ihrem Haus in Dschalud vertrieben.
Wafa berichtete, die Siedler hätten unter anderem die Windschutzscheibe des Fahrzeugs eingeschlagen, in dem Mitarbeiter des US-Senders NBC News unterwegs waren. "Sie sprangen heraus, schlugen uns und sprangen dann zurück ins Auto", zitierte NBC News seinen Korrespondenten. Dieser sei zweimal am Arm getroffen und später in einer Klinik behandelt worden.
Die israelische Armee teilte dazu mit, Sicherheitskräfte seien auch in Dschalud im Einsatz, "um weitere Unruhen zu verhindern und die Ordnung in der Region wiederherzustellen". Man verurteile "alle Formen von Gewalt aufs Schärfste".
Der Auslandspresseverband rief die israelischen Behörden dazu auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und unverzüglich konkrete Schritte zu unternehmen, um die Sicherheit von Journalisten im Westjordanland zu gewährleisten.