Politik

Bedrohung durch die Nato Putin will russische Armee verstärken

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Nach seiner Rede im Kreml nahm Wladimir Putin an einer Zeremonie teil, bei der an die sowjetischen Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnert wurde.

(Foto: dpa)

Aus Sorge, Russland könnte nach der Krim auch das Baltikum oder Polen im Visier haben, verstärkt die Nato ihr militärisches Engagement im Osten. Der russische Präsident Putin reagiert mit Unverständnis und kündigt an, seinerseits das Militär aufzurüsten.

Angesichts erhöhter Nato-Aktivitäten nahe der russischen Grenze will Russlands Präsident Wladimir Putin die Streitkräfte verstärken. Er sehe keine Bereitschaft zu gemeinsamen Lösungen von Sicherheitsfragen, sagte Putin im Parlament in Moskau. "Im Gegenteil, die Nato intensiviert ihre aggressive Rhetorik und ihre aggressiven Handlungen in der Nähe unserer Grenzen", betonte er in einer Kreml-Mitteilung. Russland müsse sich darauf einstellen. Weiter ins Detail ging er nicht.

Der russische Staatschef äußerte sich am 75. Jahrestag des Überfalls von Nazi-Deutschland auf die Sowjetunion und zog dabei historische Parallelen, um die heutige Lage zu beschreiben. Der Westen weise Angebote aus Moskau zum gemeinsamen Kampf gegen den "internationalen Terrorismus" zurück - so wie er einst die Warnungen der Sowjetunion vor Adolf Hitler ignoriert habe, erklärte Putin. Nun werde versucht, Russland wegen der Ukraine-Krise zu isolieren.

Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen befinden sich seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 auf einem neuen Tiefstand. Weil die baltischen Staaten und Polen eine weitere russische Expansion fürchten, rüstete die Nato an ihren Ostgrenzen auf. Vergangene Woche beschloss die Allianz, ab 2017 vier Bataillone mit insgesamt 4000 Soldaten in den Baltenstaaten zu stationieren.

Zuletzt hatten die Nato-Truppen in Polen das Großmanöver "Anakonda 2016" abgehalten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte mit Blick darauf am Wochenende gewarnt, "die Lage durch lautes Säbelrasseln und Kriegsgeheul weiter anzuheizen". Mit "symbolischen Panzerparaden an der Ostgrenze der Nato" dürften keine Vorwände für eine Konfrontation geliefert werden. Die Union reagierte darauf mit Unverständnis.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/dpa

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