Politik

Sechs Jahre Haft in China Rauschebart bringt Uigure ins Gefängnis

Ein Uigure wird in der chinesischen Provinz Xinjiang zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Grund: Sein Bart provoziert Streit und Ärger. Auch die Frau des Mannes wird verurteilt.

In China muss ein Angehöriger der muslimischen Minderheit der Uiguren sechs Jahre hinter Gitter, weil er sich einen Bart wachsen ließ. Seine Frau sei wegen des Tragens von Schleier und Burka zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, berichtete die Zeitung "China Youth Daily". Das Gericht in der Unruhe-Provinz Xinjiang befand das Paar demnach für schuldig, Streit und Ärger provoziert zu haben. Dieser vage Anklagepunkt findet sich oft im chinesischen Justizsystem.

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Bart und muslimische Kleidung sind in Xinjiang verboten. (Archivbild)

(Foto: Reuters)

Der 38-jährige Uigure und seine Frau leben in der Wüstenoase Kashgar. Der Mann habe sich seit 2010 einen Bart wachsen lassen, berichtete die Zeitung. Unter Berufung auf örtliche Behördenvertreter hieß es, das Paar sei "mehrfach" gewarnt worden.

In Xinjiang werden lange Bärte mit extremistischen Positionen in Verbindung gebracht und sind untersagt. Die Provinzverwaltung bezahlt Informanten, die Nachbarn oder Bekannte mit einem solchen Bart melden. Seit August 2014 ist es Männern mit Bart oder muslimischer Kleidung zudem verboten, öffentliche Busse zu nutzen. Aber auch Frauen sind von den Kleidungsvorschriften betroffen. So soll die Kampagne "Projekt Schönheit" Frauen dazu animieren, ihr Haar unbedeckt zu lassen und keinen Schleier zu tragen.

In der Provinz war es in jüngerer Vergangenheit mehrfach zu Unruhen und Anschlägen gekommen. Im vergangenen Jahr kamen dabei mindestens 200 Menschen ums Leben. Menschenrechtsaktivisten werfen Peking vor, durch eine Unterdrückung der uigurischen Kultur und Religion die Spannungen anzuheizen.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP