Politik

Explosionen in Damaskus Rebellen greifen Militärgebäude an

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Die Proteste gegen Assad erreichen immer öfter auch Vororte von Damaskus, wie hier Erbeen.

(Foto: REUTERS)

Der syrische Bürgerkrieg erreicht immer öfter die Hauptstadt Damaskus. Staatsfernsehen und Opposition vermelden nun übereinstimmend zwei Explosionen nahe wichtigen Militäreinrichtungen in der Metropole. Ein Gebäude steht in Brand.

Das Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus ist von zwei Explosionen erschüttert worden. Beide Detonationen hätten sich nahe dem Generalstabsgebäude der syrischen Streitkräfte ereignet, berichtete das Staatsfernsehen. Anschließend sei ein Feuer ausgebrochen. In dem Bericht war - wie in Regierungsverlautbarungen üblich - von einem "terroristischen" Hintergrund die Rede.

Angaben zu möglichen Opfern wurden zunächst nicht gemacht. Nach Angaben des syrischen Informationsministers richtete der Angriff lediglich Sachschaden an. Sicherheitskräfte würden "bewaffnete Terroristen" verfolgen. Zudem riegelten sie das Gebiet ab. Am Dienstag waren bei einem Bombenanschlag auf ein Ausbildungsgebäude der regierungstreuen Schabiha-Miliz mindestens 20 Menschen verletzt worden.

Ein Anschlag habe einer Einsatzzentrale der Luftwaffe im Viertel Abu Rumaneh gegolten, wo Luftschläge gegen die Rebellen geplant würden, berichtete ein Augenzeuge. In der Umgebung liegen mehrere westliche und arabische Botschaften. Der zweite Anschlag setzte ein Militärgebäude am Ummajaden-Platz in Brand. Das Gebäude ist nur wenige Meter von den Studios des Staatsfernsehens entfernt.

Rauchwolken und Schüsse

Auch die in London ansässige oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete unter Berufung auf Aktivisten vor Ort, zwei schwere Explosionen hätten das Stadtzentrum erschüttert. Die erste habe sich nur wenige Meter von einem stark gesicherten Platz entfernt ereignet, wo sich das Generalstabsgebäude befindet.

Krankenwagen seien zum Explosionsort gefahren, berichtete die Beobachtungsstelle. Es seien Rauchwolken zu sehen gewesen, Fensterscheiben seien noch in hunderten Metern Entfernung zerborsten. Die zweite Explosion habe sich in unmittelbarer Nähe zur ersten Detonation ereignet, zudem seien Schüsse aus automatischen Waffen zu hören gewesen.

In dem seit rund eineinhalb Jahren andauernden Aufstand gegen die Regierung sind bislang mehr als 27.000 Menschen ums Leben gekommen. Frankreichs Präsident Francois Hollande, der am Dienstag seine erste Rede vor der UN-Vollversammlung hielt, forderte die Weltgemeinschaft auf, Schutzzonen für das syrische Volk einzurichten. Die Gegenden im Norden des Landes, die von Rebellen eingenommen worden seien, müssten "umgehend" geschützt werden.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP