Politik

Mehr Klimaschutz für Neubauten Regierung erwägt Solardach-Pflicht

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Die Regierung will den Klimaschutz stärken - unter anderem mit mehr Vorgaben für Solarenergie.

(Foto: picture alliance / SVEN SIMON)

Mit einem neuen Sofortprogramm will die Regierung deutlich mehr Klimaschutz sicherstellen. Dabei denkt sie offenbar auch über verpflichtende Solardächer für alle Neubauten nach. Eine solche Regel hätte für künftige Hausbauer und Mieter jedoch verheerende Folgen, fürchten Interessensvertreter von Eigentümern.

Die Bundesregierung reagiert auf das Klimaschutz-Urteil aus Karlsruhe und entwirft ein Sofortprogramm, das bereits ab kommendem Jahr gelten soll. So sollen die Vorgaben für Wind- und Solarenergie deutlich geschärft werden, wie der Entwurf des Programms belegt. Dabei denkt die Regierung offenbar auch über eine Pflicht zur Installation von Solardächern für alle Neubauten nach, wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf einen Entwurf berichtet.

Eigentümer müssten dann künftig Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen installieren, wenn sie neu bauen oder "größere Dachsanierungen" vornehmen. Auch die Dämmungsregeln sollen dem Bericht zufolge geschärft werden - Neubauten müssten einen höheren Energie-Standard erfüllen.

Der Präsident des Verbands Haus & Grund, Kai Warnecke, sagte der Zeitung: "Das ist ein unkoordinierter Schnellschuss, der Bauen und Wohnen dramatisch verteuert." Es sei "lächerlich, eine Solardachpflicht einzuführen, ohne endlich den Verkauf des produzierten Stromes an die Bewohner des Hauses zu erlauben".

Insgesamt soll das Vorhaben zum Klimaschutz rund 7,8 Milliarden Euro für die nächsten fünf Jahre umfassen, wie t-online.de berichtet. Die größten Posten sind eine Aufstockung der Mittel für die Gebäudesanierung von 2,5 Milliarden Euro für nächstes Jahr und weitere zwei Milliarden für 2023. 1,8 Milliarden Euro sind für die E-Auto-Kaufprämien vorgesehen, wo mit einer stärker als geplanten Nachfrage gerechnet wird. Der Haushalt muss allerdings noch beschlossen werden, was erst in der kommenden Wahlperiode der Fall sein wird.

Quelle: ntv.de, spl/AFP

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