Politik

Bevorstehende Gesundheitsreform Regierung erwartet sinkende Beitragssätze

Ein ein gut geführtes Bonusheft gibt es oft bares Geld von der Kasse. Für die dafür notwendigen Stempel vom Arzt müssen Patienten nichts zahlen. Foto: Oliver Berg

Die Bundesregierung rechnet für 2015 mit sinkenden Beitragssätzen für Millionen gesetzlich Versicherte.

(Foto: dpa)

Die Gesundheitsreform ist auf den Weg gebracht und nach Ansicht der Bundesregierung könnten Millionen Kassenversicherte ab 2015 von sinkenden Beitragssätzen profitieren. Dies ist allerdings fraglich, da die Kassen die Höhe der Sätze künftig selbst bestimmen können.

Die Bundesregierung rechnet damit, dass ab 2015 der Beitragssatz für 20 Millionen Mitglieder von gesetzlichen Krankenkassen sinken kann. Dies gehe aus der Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, schreibt die "Rheinische Post".

"Das Bundesministerium für Gesundheit geht aktuell davon aus, dass etwa 20 Millionen Mitglieder bei Krankenkassen versichert sind, die in 2015 mit einem Zusatzbeitrag unterhalb von 0,9 Prozent auskommen könnten", heiße es in der Antwort.

Die Finanzlage der Kassen sei sehr gut: Von den 133 Krankenkassen hätten Ende 2013 67 Kassen Finanzreserven von mehr als 150 Prozent einer Monatsausgabe gehabt, 62 Kassen lagen zwischen 25 und 100 Prozent einer Monatsausgabe, nur 4 Kassen unterschritten die gesetzliche Mindestreserve von 25 Prozent.

Kassen ab 2015 mit mehr Spielraum

Allein die Vermögenserträge der Kassen summierten sich nach Angaben der Bundesregierung im vergangenen Jahr auf 456 Millionen Euro, schreibt die Zeitung. "Die Linke fordert, auch hohe Einkommen und Kapitalerträge zur Finanzierung der Krankenversicherung heranzuziehen", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Harald Weinberg. Die schwarz-rote Koalition wolle aber ausschließlich die Versicherten ohne Beteiligung der Arbeitgeber die künftigen Mehrkosten für die Gesundheit zahlen lassen, kritisierte er.

Ab 2015 sollen die Kassen die Höhe ihres Beitragssatzes wieder selbst bestimmen können. Aktuell gilt der gesetzlich festgelegte allgemeine Beitragssatz von 15,5 Prozent, von dem 7,3 Prozent von den Arbeitgebern und 8,2 Prozent (also 7,3 Prozent plus 0,9 Prozent) von den Arbeitnehmern getragen werden.

Ab dem 1. Januar 2015 können die Kassen individuell entscheiden, ob sie die 0,9 Prozent als Zusatzbeitrag beibehalten, senken oder erhöhen.

Quelle: ntv.de, cri/dpa