Politik

Vorwurf der Agententätigkeit Russin in Washington festgenommen

US-Präsident Trump und Kremlchef Putin sprechen in Helsinki miteinander, auch über eine mögliche russische Einmischung in den US-Wahlkampf. Gleichzeitig wird die Festnahme einer mutmaßlichen russischen Agentin publik.

In den USA ist eine Russin wegen angeblicher Agententätigkeit für die Regierung in Moskau festgenommen worden. Wie das US-Justizministerium mitteilte, wird der 29-Jährigen geplante Einflussnahme auf die amerikanische Politik vorgeworfen. Zu diesem Zweck habe sie Verbindungen zu US-Staatsbürgern geknüpft und versucht, politische Gruppierungen zu unterwandern. Die Beschuldigte sei in Washington als Studentin an der Universität eingeschrieben. Ferner sei sie Gründerin einer russischen Waffenlobby-Organisation.

Die 29-Jährige soll den Angaben zufolge einem hochrangigen Vertreter der russischen Zentralbank zugearbeitet haben, gegen den das US-Finanzministerium vor kurzem Sanktionen erhoben habe. Dabei handelt es sich nach Auskunft einer mit der Angelegenheit vertrauten Person um den russischen Zentralbank-Vize Alexander Torschin.

Zur Festnahme kam es bereits am Sonntag. Die Bekanntgabe erfolgte am selben Tag, an dem US-Präsident Donald Trump seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Helsinki traf. Bei der anschließenden gemeinsamen Pressekonferenz nahm die Affäre um eine Einmischung Russlands in die US-Wahlen breiten Raum ein. Trump sagte, er habe mit Putin lange darüber gesprochen und keinen Grund zu glauben, dass Russland sich in die Wahl eingemischt habe. Damit zog Trump Erkenntnisse der US-Geheimdienste in Zweifel.

Putin: Russland hat sich nicht eingemischt

Putin selbst wies erneut jede staatliche russische Einmischung in die US-Wahlen im Jahr 2016 zurück. "Russland als Staat hat sich nie in die internen Angelegenheiten der Vereinigten Staaten eingemischt", betonte Putin in einem Interview des US-Senders Fox News in einer englischen Übersetzung. Nach Angaben von Fox News wurde das Interview nach dem Gipfel von Putin und Trump in Helsinki aufgezeichnet.

Fox-News-Moderator Chris Wallace versuchte dabei, Putin die Anklageschrift von US-Sonderermittler Robert Mueller gegen zwölf Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU zu überreichen. Mueller verdächtigt sie, für Hackerangriffe auf Computer der oppositionellen Demokraten vor der Wahl 2016 verantwortlich zu sein. Putin nahm das Papier in dem angespannten Gespräch nicht an und forderte den Moderator auf, es auf einen Beistelltisch zu legen.

Putin verwies auf ein strafrechtliches Abkommen mit den USA aus dem Jahr 1999. Sollte Mueller einen entsprechenden Antrag stellen, würden russische Ermittler Verdächtige in Russland befragen. Mueller habe aber keinen einzigen solchen Antrag gestellt.

Quelle: n-tv.de, bad/rt/dpa

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