Politik

Gemeinsames Manöver angekündigt Russland bringt Raketenabwehr nach Belarus

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Auf diesem Videostandbild des Pressedienstes des russischen Verteidigungsministeriums bereiten sich russische Militärfahrzeuge darauf vor, nach ihrer Ankunft in Belarus von einem Bahnsteig zu fahren.

(Foto: dpa)

Das russische und das belarussische Militär wollen eine gemeinsame Übung durchführen. Es gibt jedoch Befürchtungen, dies könnte nur ein Vorwand sein, um Gerät und Soldaten für einen Angriff auf die Ukraine in Stellung zu bringen. Auch NATO-Mitglieder verstärken ihre Truppen in Osteuropa.

Russland hat für eine Mitte Februar geplante Militärübung bereits erste Militärtechnik ins Nachbarland Belarus verlegt. Kurzstrecken-Flugabwehr-Raketensysteme des Typs Panzir-S seien in Belarus eingetroffen, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Zuvor waren bereits mehrere Kampfflieger vom Typ Suchoi Su-35 verlegt worden. Noch auf dem Weg in die einstige Sowjetrepublik Belarus ist offensichtlich das russische Luftabwehrsystem S-400.

Moskau und Minsk planen vom 10. bis zum 20. Februar eine gemeinsame Militärübung in Belarus, die angesichts der aktuellen Ukraine-Krise im Westen Besorgnis ausgelöst hat. Das Manöver soll unter anderem im Süden von Belarus, der an die Ukraine grenzt, abgehalten werden. Das US-Außenministerium äußerte die Sorge, Moskau könne unter dem Deckmantel der Manöver Truppen in Belarus stationieren und die Ukraine von dort aus angreifen.

Zuletzt hatten sich westliche Staaten immer wieder besorgt gezeigt, Russland könne einen Einmarsch in die benachbarte Ukraine anstreben. Moskau dementiert solche Pläne. Die USA kündigten wegen des Ukraine-Konflikts weitere Truppenverlegungen nach Osteuropa und in die NATO-Staaten an. Es gehe dabei aber nur um eine geringe Zahl von Soldaten, erklärte US-Präsident Joe Biden. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin und Generalstabschef Mark Milley riefen zur Deeskalation auf, um einen "entsetzlichen" Krieg zu verhindern.

Auch Großbritannien erwägt die Entsendung frischer Truppen nach Osteuropa, wie es aus Regierungskreisen in London heißt. Damit könnte die NATO-Verteidigung verstärkt werden. Bereits Anfang der Woche hatte die NATO eine Verstärkung ihrer Militärpräsenz in Osteuropa angekündigt. Mehrere Mitgliedstaaten des westlichen Militärbündnisses wollen demnach etwa zusätzliche Kampfflugzeuge und Schiffe in die Ostsee und osteuropäische Länder wie Litauen, Rumänien und Bulgarien entsenden.

Russland hat nach westlichen Angaben mehr als 100.000 Soldaten an der ukrainischen Grenze zusammengezogen. Der Kreml bestreitet Angriffspläne, gibt aber gleichzeitig an, sich von der Ukraine und der NATO bedroht zu fühlen. Von der NATO fordert der russische Präsident Wladimir Putin daher schriftliche Zusagen etwa zum Verzicht auf eine weitere Osterweiterung. Die USA und ihre westlichen Verbündeten weisen dies zurück.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP

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