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Lawrow lobt "indische Freunde" Russland erwägt Waffenproduktion mit Indien

Der russische Außenminister Lawrow empfing seinen indischen Kollegen Jaishankar in Moskau.

Der russische Außenminister Lawrow empfing seinen indischen Kollegen Jaishankar in Moskau.

(Foto: picture alliance/dpa/Pool EPA/AP)

Indien bleibt Russland trotz des Angriffskrieges gegen die Ukraine als Handelspartner treu - vor allem aus eigenen Interessen. So ist das Land mittlerweile der zweitgrößte Ölkunde Russlands. Nun wollen Moskau und Neu Dehli offenbar auch militärtechnisch gemeinsame Sache machen.

Russland und Indien erwägen nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow die gemeinsame Produktion von modernen Rüstungsgütern. Er habe mit dem indischen Außenminister Subrahmanyam Jaishankar über die Perspektiven der militärtechnischen Zusammenarbeit gesprochen, sagte Lawrow nach Angaben der Staatsagentur Tass nach einem Treffen mit Jaishankar in Moskau. Um welche Rüstungsgüter es konkret gehen könnte, blieb offen.

Es ist das fünfte Treffen der beiden Minister in diesem Jahr. Mit Blick auf die Hilfe für die von Russland angegriffene Ukraine warf Lawrow westlichen Ländern vor, unter dem Vorwand der "ukrainischen Ereignisse" eine "dominante Rolle im Weltgeschehen" verfestigen und "die Demokratisierung der internationalen Beziehungen" verhindern zu wollen. Er schätze daher die Position der "indischen Freunde" zur Ukraine hoch ein, so Lawrow.

Indien positioniert sich beim russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine neutral, weil es enge Beziehungen zum Westen und zu Russland hat. Das Land trägt auch westliche Sanktionen nicht mit und wirbt für eine Konfliktlösung durch Dialog. Zuletzt kaufte Indien mehr verhältnismäßig günstiges Öl aus Russland. Auch bei seiner militärischen Ausrüstung und bei Ersatzteilen ist Neu Delhi stark auf Moskau angewiesen. Nach Worten Lawrows wollen Russland und Indien auch im Bereich der Atomenergie und der Raumfahrt enger zusammenarbeiten.

Beziehung zwischen Indien und Russland "hat sich bewährt"

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Indiens Außenminister Jaishankar betonte, dass sein Land weiter Öl aus Russland kaufen wolle. "Als drittgrößter Öl- und Gaskonsument und Land mit nicht sehr hohen Einkommen müssen wir uns nach erschwinglichen Quellen umsehen." Die Regierung müsse sicherstellen, dass die Verbraucher den bestmöglichen Zugang zu den günstigsten Bedingungen zu den internationalen Öl- und Gasmärkten erhielten. "In dieser Hinsicht haben wir gesehen, dass sich die Beziehung zwischen Indien und Russland bewährt hat. Wenn es also zu meinem Vorteil funktioniert, würde ich das fortsetzen."

Indien hat sich nach China zum größten Ölkunden Russlands entwickelt. Seine Raffinerien kaufen günstiges Öl, das westliche Käufer wegen der Sanktionen gegen Russland infolge des Krieges gegen die Ukraine nicht mehr abnehmen. Insgesamt ist Indien der drittgrößte Ölimporteur der Welt und ein traditioneller Verbündeter Russlands.

Quelle: ntv.de, spl/dpa/rts

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