Politik

Rote Busse gegen die Krise? SPD-Linke fordert "Kümmererpartei"

In der SPD weht dank der Debatten über eine erneute Große Koalition ein frischer Wind. Der müsse nun für ein klares, neues Profil genutzt werden, sagt Vorstandsmitglied Miersch. Eine Offensive für mehr Bürgernähe gehört seiner Meinung nach dazu.

Angesichts der dramatischen Schwäche der SPD in Ost- und Süddeutschland fordert Vorstandsmitglied Matthias Miersch eine Offensive für mehr Bürgernähe. "Die SPD muss wieder Kümmererpartei werden", sagte Miersch. Er ist auch Chef der Parlamentarischen Linken und Vizechef der Bundestagsfraktion. 

Ein Ansatz könnten "mobile Ortsvereine" sein. Dazu gehörten auch SPD-Busse, "die zum Dialog mit den Menschen in ländliche Gegenden fahren". Es brauche auch mehr Hilfsangebote vor Ort, zum Beispiel beim Thema Renten. Dazu biete es sich an, mit Gewerkschaften und Organisationen wie der Arbeiterwohlfahrt zusammenzuarbeiten.

"Erneuerung ist ein Dreiklang"

Zwar stellt die Partei mit Manuela Schwesig und Dietmar Woidke noch die Regierungschefs in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Aber bei der Bundestagswahl bekam die SPD in Ostdeutschland nur noch 14,3 Prozent; die AfD satte 22,5 Prozent. "Erneuerung ist für mich ein Dreiklang: inhaltlich, organisatorisch und personell", betonte Miersch. Dazu gehöre auch die Idee der Jusos, eine Jugendquote einzuführen, um mehr junge Leute in Ämter und Funktionen zu bringen. 

Der SPD-Vorstand trifft sich am kommenden Samstag zu einer Klausur in Berlin, parallel zur Auszählung der Stimmen des Mitgliederentscheids über den Eintritt in eine Große Koalition. Die designierte Parteichefin Andrea Nahles verspricht nach dem jüngsten Absturz der Partei parallel zur geplanten Regierungsbeteiligung eine Erneuerung der SPD.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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