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Wer wanderte wohin? SPD verliert vor allem an die CDU

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Konnte er auch mit seiner Zurückhaltung punkten? - CDU-Kandidat Armin Laschet ist der große Sieger bei der NRW-Wahl.

(Foto: imago/Future Image)

Ausgerechnet in Nordrhein-Westfalen müssen die Sozialdemokraten eine herbe Wahlschlappe hinnehmen. Was ist passiert? Die Partei muss vor allem Wähler an die Union angeben. Doch die CDU profitiert noch von einem anderen Lager.

Schon wieder muss die SPD eine Wahlniederlage hinnehmen. Dieses Mal ausgerechnet in Nordrhein-Westfalen. Das Bundesland, das eigentlich als rote Hochburg gilt. Dort haben offenbar vor allem die enttäuschten SPD-Anhänger zum Wahlsieg des CDU-Kandidaten Armin Laschet beigetragen. Ausgerechnet 310.000 frühere Wähler der Sozialdemokraten stimmten ersten Erkenntnissen der Wahlforscher zufolge für die Union. Dieser Verlust kann auch nicht dadurch aufgewogen werden, dass sich immerhin 170.000 ehemalige Nichtwähler für die SPD entschieden.

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Die CDU war allerdings erfolgreicher: Sie konnte laut Analysen von Infratest dimap 430.000 Stimmen aus dem Lager der Nichtwähler holen. Auch an die Liberalen verloren die Sozialdemokraten deutlich. Möglicherweise ist das ein Indiz für die Sorge vor einem Linksbündnis im konservativen Flügel der SPD-Anhängerschaft.

Die FDP holte mit 12 Prozent ein Rekordergebnis in NRW. Auch von den Nichtwählern konnten die Liberalen deutlich profitieren. Allerdings mussten die FDP auch an die Linke und die AfD insgesamt rund 40.000 Wähler abgeben. Die Grünen verloren an alle Konkurrenten Stimmen, die Linke musste vor allem an ein Lager Wähler abgeben: 10.000 einstige Linke-Wähler machten nun ihr Kreuz bei der AfD.

Vor allem bei älteren Wählern schnitten die Sozialdemokraten schlecht ab. Das fällt in NRW besonders ins Gewicht. Denn dort ist jeder dritte Wahlberechtigte älter als 60 Jahre. Und diese Gruppe ist besonders wahlfreudig. In der Gruppe der 45- bis 59-Jährigen sackte die Partei um 11 Prozentpunkte ab. Die CDU konnte indes bei allen Altersgruppen punkten. Die Grünen haben die meisten Befürworter bei den Jüngsten. Und auch die AfD ist bei den jungen Wählern am erfolgreichsten. Hier gab es in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen die meisten Stimmen.

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Männer und Frauen haben in NRW weitgehend ähnlich abgestimmt. Bei den Liberalen gibt es allerdings eine Besonderheit. Dort legte die Zahl der FDP-Wähler in der Altersgruppe der jungen Männer bis 24 Jahre zu. Die Lindner-Partei gewinnt hier zehn Prozentpunkte und kommt auf 18 Prozent. Die SPD konnte bei den Frauen etwas besser abschneiden, was an der bisherigen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft liegen könnte. Auch die Grünen sind bei Frauen beliebter. Die AfD wird hingegen stärker von Männern gewählt. In Zahlen heißt das: 5 Prozent der weiblichen Wähler stimmten für die Rechtspopulisten, bei den Männern waren es 9 Prozent.

Schaut man auf die Bildungsabschlüsse, hat die SPD nur noch bei Realschulabsolventen einen Vorsprung. Unter Abiturienten ist der Vorsprung der CDU am größten. Bei den Hochschulabsolventen sind FDP- und Grünen-Wähler überdurchschnittlich vertreten.

Mit Blick auf die Berufsgruppen der Wähler lässt sich anhand der bisher vorliegenden Daten erkennen, dass bei den Arbeitern die Sozialdemokraten immer noch stärkste Kraft sind. Dennoch muss die Partei auch hier Verluste verzeichnen: Die SPD verlor in dieser Wähler-Kategorie 7 Prozentpunkte. Besonders hohe Verluste muss die SPD bei den Rentnern hinnehmen.

Die Union kann bei Beamten und Selbstständigen zulegen, auch die Grünen profitieren hier. Die FDP punktet dagegen vor allem bei ihrem Kernklientel: 21 Prozent der Selbstständigen stimmten für die Liberalen. Nur in einer Gruppe kann die SPD zulegen: 41 Prozent der arbeitslosen Wähler haben für die Regierungspartei gestimmt. Sogar die Linke verzeichnet hier nur ein geringes Plus.

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Quelle: n-tv.de, kpi

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