Politik

Fünf-Sterne-Bewegung stürzt ab Salvinis Lega triumphiert in Italien

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Salvinis Lega will im EU-Parlament ein Bündnis mit anderen Rechtspopulisten bilden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Rechtspopulisten haben in Italien stark aufgeholt und sichern sich mit über 30 Prozent die meisten Stimmen. Wahlverlierer ist ihr Koalitionspartner, die Fünf-Sterne-Bewegung. Die italienischen Wähler schicken auch einen alten Bekannten nach Brüssel.

Die rechtspopulistische Lega von Italiens Innenminister Matteo Salvini ist bei der Europawahl eindeutig stärkste Kraft geworden. Die Partei erzielte 34,3 Prozent, wie nach Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen bekannt gegeben wurde. Bei der Europawahl 2014 war sie nur knapp über sechs Prozent gekommen, bei den italienischen Parlamentswahlen im März 2018 hatte sie 17 Prozent erzielt. "Ein einziges Wort, danke Italien", twitterte Vize-Regierungschef und Innenminister Salvini.

Auf dem zweiten Platz landete am Sonntag die sozialdemokratische Oppositionspartei PD, die auf 22,7 Prozent kam. Der Koalitionspartner der Lega, die Fünf-Sterne-Bewegung, stürzte auf 17 Prozent ab - bei den Parlamentswahlen im März 2018 hatte sie noch 32,5 Prozent der Stimmen bekommen.

Die Forza Italia von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi kam auf 8,8 Prozent. Der 82-jährige Berlusconi war trotz gesundheitlicher Probleme als Kandidat angetreten und sicherte sich nun einen Sitz im EU-Parlament. Im Gegensatz zum starken Abschneiden der Grünen in anderen europäischen Ländern kam die Partei in Italien lediglich auf 2,3 Prozent.

Der Wahlsieg der Lega reiht sich ein in die Ergebnisse anderer rechtspopulistischer Parteien bei der Europawahl, die in mehreren Ländern Zuwächse verbuchen konnten. Die Lega will zusammen mit den französischen Rechtspopulisten, der AfD, der FPÖ aus Österreich und Nationalisten ein erweitertes Bündnis im EU-Parlament schmieden.

Quelle: ntv.de, cam/AFP