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Abschiebung nach Haftverbüßung Sauerland-Terrorist verliert Pass

Atilla Selek, einer der Terroristen der "Sauerland-Gruppe", soll seine deutsche Staatsangehörigkeit wieder verlieren. Nach Angaben der Stadt Ulm hatte Selek die deutsche Staatsangehörigkeit 2005 erhalten, obwohl gegen ihn ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren lief. Die Einbürgerung wäre damit rechtswidrig.

Einer der Terroristen der "Sauerland-Gruppe" soll seine deutsche Staatsangehörigkeit wieder verlieren und nach seiner Haft in die Türkei abgeschoben werden. Die Ausländerbehörde der Stadt Ulm hat die Einbürgerung des 25-jährigen Atilla Selek wegen "arglistiger Täuschung" widerrufen, sagte Abteilungsleiter Roland Oed.

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Attila Selek wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt.

(Foto: dpa)

"Die Verfügung ist noch nicht rechtskräftig, da Selek Widerspruch eingelegt hat", sagte Oed. Nach seinen Angaben hatte Selek die deutsche Staatsangehörigkeit 2005 erhalten, obwohl gegen ihn ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren lief. Die Einbürgerung sei damit rechtswidrig, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums in Stuttgart.

"Herr Selek will das durchziehen"

Seleks Anwalt Axel Nagler erklärte, sein Mandant werde im Falle eines Widerrufs der Einbürgerung vor das Verwaltungsgericht Sigmaringen ziehen. "Die Klage hat große Aussicht auf Erfolg. Herr Selek will das durchziehen." Der 25-Jährige sitzt im Freiburger Gefängnis und könnte im Herbst unter Anrechnung seiner U- und Auslieferungshaft schon im kommenden Herbst auf freien Fuß kommen.

Die "Sauerland-Gruppe" hatte 2007 schwere Terroranschläge auf Diskotheken, Flughäfen und US-Einrichtungen in Deutschland geplant. Im März verurteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf die Terroristen Fritz Gelowicz und Daniel Schneider zu je zwölf Jahren Gefängnis, den Mitangeklagten Adem Yilmaz zu elf Jahren.

Möglicherweise eine Informationspanne

Atilla Selek erhielt wegen Unterstützung der Terrorgruppe fünf Jahre Haft. Die Rädelsführer Gelowicz, Schneider und Yilmaz waren am 4. September 2007 im Sauerland festgenommen worden. Selek wurde zwei Monate später in der Türkei gefasst. Selek ist türkischstämmiger Deutscher und wurde in Ulm geboren. Er soll eine Ausbildung als Autolackierer gemacht und später Gebrauchtwagen verkauft haben.

Hintergrund des Widerrufs der Staatsangehörigkeit ist möglicherweise eine Informationspanne zwischen den beteiligten Behörden: Selek hatte bereits 2004 seine Einbürgerung beantragt. Die Stadt Ulm hatte den Vorgang daraufhin geprüft und keine Einwände. Parallel gab es bei Landeskriminalamt und Verfassungsschutz aber mehrere Hinweise über die Nähe Seleks zur Ulmer Islamistenszene sowie ein Ermittlungsverfahren der bayerischen Polizei gegen ihn. Ob diese Erkenntnisse nicht an das Ausländeramt weitergegeben oder dort bei der Einbürgerung nicht berücksichtigt wurden, ist unklar. Das Stuttgarter Innenministerium, die Ulmer Ausländerbehörde und das Tübinger Regierungspräsidium wollten sich dazu nicht äußern.

Quelle: n-tv.de, dpa

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