Politik

Arafats Amtssitz umstellt Scheich Jassin unter Arrest

Die israelische Armee hat erneut den Amtssitz von Palästinenserchef Jassir Arafat in Ramallah umstellt. Nach palästinensischen Angaben rückten etwa 130 Panzer in die Stadt im Westjordanland ein und verhängten ein Ausgehverbot. Arafat hielt sich zum Zeitpunkt des Einmarsches in seinem Hauptquartier auf. Nach der Verhängung eines Hausarrests gegen den Hamas-Gründer Scheich Ahmed Jassin kam es im Gazastreifen zu Schießereien zwischen Hamas-Anhängern und der palästinensischen Polizei.

Insgesamt 17 Panzer bezogen rund um Arafats Amtssitz Stellung, wie Arafats Vertrauter Nabil Abu Rdeneh mitteilte. Mit Hilfe eines Bulldozers wurde vor dem Eingang eine Barrikade aus Steinen und Schutt errichtet. Ein israelischer Militärsprecher bestätigte, die Truppen hätten sich an "strategischen Punkten in der Stadt" positioniert. Es ist bereits das dritte Mal in diesem Monat, dass die Armee Arafats Amtssitz umstellt.

Auch in Hebron rückten in der Nacht vorübergehend israelische Truppen ein. Dabei wurden mehrere mutmaßliche Extremisten festgenommen. In Bethlehem herrschte den dritten Tag hintereinander eine Ausgangssperre. Auch die Autonomiestädte Dschenin, Nablus, Kalkilia und Tulkarem blieben weiterhin besetzt. Damit stehen allein in den Städten eine halbe Million Palästinenser unter Hausarrest.

Scheich Jassin unter Hausarrest

Gefolgsleute des unter Hausarrest gestellten Gründers der radikal-islamischen Widerstandsbewegung (Hamas), Ahmed Jassin, und die Palästinenserpolizei lieferten sich unterdessen in Gaza-Stadt eine Straßenschlacht. Augenzeugen berichteten, es seien auch Schüsse gefallen. Der Zwischenfall ereignete sich beim Marsch der Hamas-Mitglieder zum Haus Jassins (65).

Nach der Verhängung des Hausarrestes umstellten Dutzende bewaffneter Hamas-Mitglieder schützend sein Haus. In etwa 50 Metern Entfernung bezogen etwa 50 Polizisten Posten. Die Verfügung folgte auf zunehmend massiver werdende Forderungen Israels und anderer Staaten an Palästinenserchef Arafat, gegen die Drahtzieher des Aufstandes vorzugehen. Er begann vor 21 Monaten und hat bislang fast 2.000 Menschen das Leben gekostete.

Tote im Gazastreifen

Bei einem israelischen Hubschrauberangriff wurden unterdessen im südlichen Gazastreifen mindestens sechs Palästinenser getötet und zehn weitere zum Teil schwer verletzt. Die Soldaten feuerten laut Augenzeugen in der Stadt Rafah mehrere Raketen auf zwei Taxis ab, von denen eines direkt getroffen wurde. Drei der Getöteten waren aktive Mitglieder Hamas-Gruppe, darunter auch der örtlliche Führer des militärischen Hamas-Arns, Jassir Rasak.

Quelle: ntv.de

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