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Kostenlose App der Netzagentur Scheuer bläst zur Funkloch-Jagd

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"Der Zustand, den wir jetzt haben, ist für eine Wirtschaftsnation untragbar", sagt Verkehrsminister Scheuer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wie groß sind die Lücken in den deutschen Mobilfunknetzen? Um die Ausmaße der Problemzonen zu erfassen, rufen Netzagentur und Verkehrsminister die Öffentlichkeit zur Mithilfe auf. Eine spezielle App soll Daten aus der Fläche liefern.

Deutschlands Verkehrsminister ruft zur "Jagd auf weiße Flecken": Handynutzer können ab sofort bei der Erfassung von Funklöchern in Deutschland mithelfen. Über eine App können sie Lücken bei der Mobilfunkabdeckung an die Bundesnetzagentur melden, wie die Behörde mitteilte.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, in dessen Ressort auch Fragen der Infrastruktur und digitalen Grundversorgung fallen, will die gesammelten Daten nutzen, um mit den Mobilfunk-Anbietern darüber zu sprechen, wo die Netze verbessert werden müssen. "Der Zustand, den wir jetzt haben, ist für eine Wirtschaftsnation untragbar", sagte der CSU-Politiker. "Mit der neuen App eröffnen wir die Jagd auf die weißen Flecken im Mobilfunknetz."

"Wir brauchen eine flächendeckende Mobilfunkversorgung in Deutschland", heißt es etwas nüchterner in einer gemeinsamen Mitteilung von Netzagentur und Ministerium. "Wir haben die Möglichkeit geschaffen, Funklöcher zu erfassen und zu melden", erklärte Netzagentur-Chef Jochen Homann.

Handy erfasst Netzabdeckung

Funkloch-App "Breitbandmessung"

"Das Update der App "Breitbandmessung" steht ab sofort für Android
und iOS im Google Play Store und Apple App Store zum kostenlosen Download zur Verfügung."

Quelle: Bundesnetzagentur

Mobilfunknutzer, die eine Gegend mit wenig Empfang melden wollen, müssen lediglich die vorbereitete Breitbandmessung-App auf ihr Smartphone laden und vor Ort starten. Das Handy erfasst dann in regelmäßigen Abständen von maximal 50 Metern, ob eine Netzabdeckung vorhanden und ob sie durch 2G-, 3G- oder 4G-Technologie gegeben ist.

Wenn der Nutzer die Erfassung stoppt, werden die Daten mit der Angabe von Ort, Zeit und Mobilfunkanbieter an einen zentralen Server übermittelt. Sollte es ein Funkloch geben, erfolgt die Übertragung der Zwischenstände, sobald wieder eine Verbindung zum Internet besteht.

Homann bezeichnete das App-Angebot einen "ersten Schritt". Sobald genügend Daten vorliegen, will die Bundesnetzagentur sie in einer detaillierten Karte zusammenfassen und veröffentlichen. Zudem soll jährlich ein Monitoring-Bericht zur Netzabdeckung vorgelegt werden.

Behördenchef Jochen Homann appellierte an die Handynutzer, sich an der Funkloch-Suche zu beteiligen. Um im kommenden Jahr die erste Karte veröffentlichen zu können, müssten möglichst viele Daten vorliegen. Die Netzagentur hatte im Auftrag des Verkehrsministeriums die bestehende App zur Breitbandmessung um die Erfassung der Netzverfügbarkeit erweitert.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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