Politik

Wegen Kokain-Verdacht Schill lässt Haar-Test machen

Der Hamburger Innensenator Ronald Barnabas Schill will einen Haar-Test durchführen lassen, um die Vorwürfe der Kokain-Einnahme zu entkräften. Schills Büroleiter Dirk Nockemann bestätigte am Freitagmorgen einen entsprechenden Bericht der "Bild "-Zeitung und fügte hinzu, Schill werde unter notarieller Aufsicht voraussichtlich Anfang nächster Woche zum Test antreten.

Dass Schill jetzt in die Offensive geht, ist offenbar auf einen Bericht des ARD-Magazins "Panorama" zurückzuführen. In der Sendung hatte ein anonymer Augenzeuge berichtet, dass er Schill mehrmals bei der Einnahme eines "weißen Pulvers" beobachtet habe.

Der Innensenator kündigte laut "Bild"-Zeitung an, Strafanzeige wegen Verleumdung und falscher Versicherung an Eides statt gegen unbekannt zu erstatten. Er behalte sich auch Schadensersatzforderungen gegenüber "Panorama" vor.

NDR weist Vorwürfe zurück

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) wies Vorwürfe Schills, er habe dem Augenzeugen Schmiergeld für dessen Aussagen gezahlt, zurück. Der NDR habe kein Geld gezahlt, betonte Intendant Jobst Plog. Sein Sender erwäge nun seinerseits rechtliche Schritte gegen Schill. Man wolle auch prüfen lassen, ob Schill aufgrund seiner Äußerungen über die "Panorama"-Radaktion belangt werden könne. Schill habe vor der Presse in Hamburg die Mitarbeiter des Magazins unter anderem als "Dreckschleudern" bezeichnet, denen er das "Maul stopfen" werde.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) zeigte sich über Schills Ankündigung erfreut: "Ich begrüße die Entscheidung von Innensenator Schill, alle rechtlichen Schritte im Zusammenhang mit den gegen ihn erhobenen Vorwürfen einzuleiten", sagte Beust. Zugleich forderte er den NDR auf, den Namen des anonymen Zeugen preiszugeben, damit Schill die Vorwürfe aus der Welt räumen könne.

Den Vorwurf, Kokain genommen zu haben, hatte Schill bereits kürzlich zurückgewiesen. Auch die Anschuldigung, er schone Schickeria-Kreise bei der Drogenverfolgung, wies er zurück.

Trotz dieser Zurückweisungen schaltete sich jetzt die Staatsanwaltschaft in den Fall ein. "Wir werden bei der Redaktion 'Panorama' die Übersendung der Unterlagen, die sich auf die Kokain-Vorwürfe beziehen, anfordern", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Martin Köhnke der Zeitung "Die Welt". Köhnke betonte, damit sei gegen Schill kein Vorermittlungs- oder förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, die Behörde steige lediglich in einen "Prüfvorgang" ein.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen