Politik

Berlin bestellt Botschafter ein Schweiz will in Nordkorea-Krise vermitteln

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Vor der nordkoreanischen Botschaft in Berlin: Ein Schaukasten mit Bildern unter anderem von Machthaber Kim Jong Un.

(Foto: imago/Rolf Kremming)

Die nukleare Bedrohung durch Pjöngjang zwingt die Weltgemeinschaft zum Handeln. Der UN-Sicherheitsrat trifft sich deshalb, das Auswärtige Amt zitiert den Botschafter zum Gespräch und die Schweiz will alle Großmächte an einen Tisch bringen.

Nach dem international scharf kritisierten Atomtest Nordkoreas hat das Auswärtige Amt in Berlin den nordkoreanischen Botschafter einbestellt. Das Gespräch sei für diesen Nachmittag geplant, sagte ein Ministeriumssprecher. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach sich für eine weitere Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea aus. Die Weltgemeinschaft müsse nun geschlossen und entschieden reagieren, sagte er.

Derweil bietet sich die neutrale Schweiz in dem Konflikt als Vermittlerin an. Das Land könne Schauplatz für Gespräche der zuständigen Minister sein, sagte die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard. China und die USA müssten nun ihre Verantwortung übernehmen. "Wir sind bereit, unsere Rolle als Vermittler anzubieten", sagte Leuthard. "Es ist nun wirklich Zeit, sich an den Tisch zu setzen. Großmächte haben eine Verantwortung."

An der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea sind seit über 60 Jahren Schweizer Truppen im Einsatz - unter anderem um den Waffenstillstand zwischen den beiden Ländern zu überwachen.

Der Streit mit Nordkorea spitzt sich seit dem Atomtest vom Wochenende immer mehr zu. In New York ist der UN-Sicherheitsrat zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un hatte nach Angaben aus Pjöngjang am Sonntag eine Wasserstoffbombe getestet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen. Wasserstoffbomben sind um ein Vielfaches stärker als herkömmliche atomare Sprengsätze. Der sechste Atomversuch Nordkoreas seit 2006 löste weltweit Kritik aus.

G7: Atomtests sind "untragbare Provokation"

Nordkorea müsse "umgehend" und "unumkehrbar" sein Nuklearprogramm aufgeben, heißt es etwa in einer Erklärung der Staats- und Regierungschefs der großen Industrienationen (G7). Unterschrieben haben die Erklärung neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Italien, Japan, Großbritannien und Kanada sowie EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk.

In der Erklärung riefen sie den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen dazu auf, eine "neue und wirksame Resolution" zu erarbeiten, die schärfste Maßnahmen gegen das Land vorsehe. "Nordkorea, das als einziges Land im 21. Jahrhundert Nukleartests vorgenommen hat, fordert die internationale Gemeinschaft weiterhin mit ernsthaften, wiederholten und anhaltenden Verletzungen des internationalen Rechts heraus", erklärte die Gruppe der Sieben. "Diese Nukleartests sind eine untragbare Provokation."

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/rts

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