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SPD-Antwort auf von der Leyen Schwesig legt rasanten Aufstieg hin

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Sie gilt als die Hoffnungsträgerin der SPD: Manuela Schwesig.

(Foto: picture alliance / dpa)

Manuela Schwesig ist die Frontfrau der SPD bei den Hartz-IV-Verhandlungen und die große Kontrahentin von Ursuala von der Leyen. Der Aufstieg der 36-jährigen Sozialdemokratin in Politik und Partei ist bemerkenswert, ihre politischen Erfolge lassen sich sehen.

Sie gilt als "Antwort der SPD auf Ursula von der Leyen": Manuela Schwesig ist die Frontfrau der Sozialdemokraten beim Thema Hartz IV. Mit dem Scheitern der schwarz-gelben Reform im Bundesrat und dem anschließenden Vermittlungsverfahren steht die 36-Jährige Frau aus Mecklenburg-Vorpommern auch bundesweit wieder im Rampenlicht - selbstbewusst und dabei stets freundlich lächelnd.

Schon lange hat in der SPD niemand einen solch rasanten Aufstieg hingelegt, wohlwollend begleitet von der Parteiführung um Sigmar Gabriel. Erst vor sieben Jahren trat Schwesig in die SPD ein, Ende 2009 war sie schon stellvertretende Vorsitzende. Die Mutter eines fast vierjährigen Sohnes wird bei vielen Genossen als Hoffnungsträgerin gesehen - und so gelang es ihr, sich neben Gabriel, Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier oder einigen Ministerpräsidenten bundesweit zu profilieren.

Augenmerk auf die Bildung bedürftiger Kinder

Bei den Hartz-IV-Gesprächen konzentriert sich Schwesig als SPD-Verhandlungsführerin darauf, mehr für die Bildung bedürftiger Kinder herauszuholen - ein Thema, mit dem sie auf jeden Fall in der Bevölkerung punkten dürfte. Ein Einsatz für deutlich höhere Hartz-IV-Regelsätze könnte dagegen auch bei manchem SPD-Anhänger auf Kritik stoßen. Sollten Union und FDP - wie allgemein erwartet wird - der Ausweitung des Bildungspakets auf Kinder von Wohngeldempfängern zustimmen, wird Schwesig dies später als ihren Erfolg verbuchen können.

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Familie und Hartz IV: Das sind die Themen von Schwesig (l) und von der Leyen.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Das Thema, für das ich stehe, ist die Familie - mit all ihren Facetten", steht auf der Homepage der Ministerin für Soziales und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei hatte Schwesig zunächst einen ganz anderen Berufsweg eingeschlagen. Sie wurde 1974 in Frankfurt an der Oder geboren, studierte in Königs Wusterhausen bei Berlin später Steuerrecht und machte ihren Abschluss als Diplom-Finanzwirtin. Erste Berufserfahrung sammelte sie als Prüferin am Finanzamt, zunächst in Frankfurt/Oder und dann in Schwerin, wohin sie im Jahr 2000 mit ihrem Mann Stefan zog.

Später Eintritt in Politik und Partei

Im Mai 2002 übernahm Schwesig eine Referatsstelle im Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommern. Parteipolitisch wurde sie erst 2003 tätig: sie engagierte sich in der Schweriner Kommunalpolitik und wurde 2007 Fraktionsvorsitzende der SPD in der Stadtvertretung der Landeshauptstadt. Politik habe sie "in der Stadtvertretung Schwerins von der Pike auf gelernt", sagt sie - und nicht durch die sonst übliche Ochsentour durch die Parteiebenen oder lange Jahre der Flügelkämpfe bei den Jusos.

Als Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident und SPD-Politiker Erwin Sellering die junge Kommunalpolitikerin im Oktober 2008 in sein Kabinett holte, war das eine kleine Sensation - schließlich war Schwesig mit damals 34 Jahren Deutschlands jüngste Ministerin. Auf der bundespolitischen Bühne trat sie erstmals im Sommer 2009 in Erscheinung, als SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier sie als Mitglied seines "Kompetenzteams" präsentierte. Sie war zuständig für Familienpolitik und stellte fest, dass sie mit ihren modernen familienpolitischen Vorstellungen selbst in Bayern oder Baden-Württemberg nicht ausgebuht wurde.

Herausforderung für Ursula von der Leyen

Dass der damals neue SPD-Chef Gabriel die Schweriner Ministerin dann nach der verlorenen Bundestagswahl 2009 auch als stellvertretende Parteivorsitzende vorschlug, überraschte kaum. Auf dem Dresdner Parteitag im November 2009 wurde Schwesig mit einem stolzen Ergebnis von 87,8 Prozent gewählt.

Politische Niederlagen musste die neue SPD-Frontfrau für soziale Themen noch keine einstecken. Entsprechend selbstbewusst attackiert sie ihre CDU-Kontrahentin von der Leyen. Bereits im Bundestagswahlkampf 2009 bedauerte Schwesig, dass es nicht zu einem direkten Aufeinandertreffen kam. "Leider" sei von der Leyen allen gemeinsamen Auftritten ausgewichen, sagte sie damals. Gemeinsame Auftritte gibt es nun während der Hartz-IV-Verhandlungen genug. Und Schwesig dürfte sie geschickt für sich zu nutzen wissen.

Quelle: n-tv.de, Claudia Haas, AFP

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