Politik

Schlag gegen die Hamas Sicherheitsgespräche vertagt

Israel und die Palästinenser haben nach der umstrittenen Tötung des Bruders eines radikalen Palästinenserführers weitere Sicherheitsgespräche verschoben. Diese sollten jetzt am Wochenende stattfinden, meldete der israelische Rundfunk. Ranghohe Offiziere beider Seiten wollten ursprünglich in der Nacht zum Donnerstag über einen Abzug israelischer Truppen aus weiteren palästinensischen Gebieten beraten.

Nach Angaben des israelischen Geheimdienstes sind fünf mutmaßliche Mitglieder der radikalen Hamas-Organisation aus Ost-Jerusalem festgenommen worden, die für acht Terroranschläge mit 35 Toten und Dutzenden von Verletzten in Israel verantwortlich sein sollen. Auf das Konto der Festgenommenen sollen dabei unter anderem die blutigen Anschläge auf die Hebräische Universität sowie das Moment-Caf in Jerusalem gehen. Der Bombenleger in der Cafeteria der Universität soll auf dem Gelände für eine israelische Firma als Maler gearbeitet haben.

Vergeltung im Gazastreifen

Israel sprengte unterdessenzwei mehrstöckige Wohnhäuser im Gazastreifen in die Luft. Mehr als 100 Menschen wurden damit obdachlos gemacht. Die Militäraktion im Flüchtlingslager Chan Junis war die Reaktion auf einen Mordanschlag der Hamas-Bewegung, dem am Vortag ein israelischer Soldat zum Opfer fiel.

Die Truppen rückten am Morgen begleitet von Panzern und Hubschraubern in Chan Junis ein. Sie zerstörten ein fünf- und ein sechsgeschossiges Gebäude, dabei wurde ein 24-Jähriger von Splittern tödlich getroffen. In der Umgebung der beiden Häuser wurden acht kleinere Wohngebäude so schwer beschädigt, dass sie nach Angaben der palästinensischen Stadtverwaltung nicht mehr bewohnt werden können. Damit verloren diesen Angaben zufolge rund 100 Personen ihre Wohnung.

Die israelischen Streitkräfte begründeten ihr Vorgehen mit der Absicht, militante Palästinenser am Beschuss der nahe gelegenen jüdischen Siedlungen zu hindern. Am Dienstag hatte ein Scharfschütze der Hamas einen 19-jährigen israelischen Wachsoldaten vor einer Siedlung erschossen. In Ramallah im Westjordanland stürmten Soldaten am Dienstagabend das Haus des Bruder eines militanten Palästinenserführers. Hinter dem Haus wurde die mit Kugeln durchsiebte Leiche von Mohammed Saadat gefunden, dessen inhaftierter Bruder Ahmed die Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) in Ramallah geleitet hat. Ein Militärsprecher erklärte, die Soldaten hätten Mohammed Saadat verhaften wollen, er habe sich dem aber widersetzt.

Trotz der Zwischenfälle erklärten Israelis wie Palästinenser, sie wollten das am Sonntag vereinbarte Sicherheitsabkommen einhalten. Der darin vereinbarte Abzug aus Bethlehem wurde am Dienstag abgeschlossen. Der ebenfalls vorgesehene Abzug aus Teilen des Gazastreifens kam bisher aber noch nicht zu Stande. Das Abkommen wird von der Hamas und anderen militanten Organisationen abgelehnt.

Quelle: ntv.de