Politik

Ceuta-Streit eskaliert weiterSpanien führt nun seinerseits Grenzkontrollen für Italien ein

07.08.2026, 22:06 Uhr
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Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez, der derzeit im Urlaub verweilt, mit seiner italienischen Amtskollegin Giorgia Meloni auf einem EU-Gipfel 2025. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Nach der Migrationskrise in der spanischen Exklave Ceuta liegen sich Madrid und Rom in den Haaren. Beide Seiten beharren auf ihre Standpunkte und belegen sich nacheinander gegenseitig mit Kontrollen von Grenzgängern per Flugzeug und Schiff.

Spanien führt als Reaktion auf italienische Grenzkontrollen nun seinerseits Kontrollen für Flüge und Schiffe aus Italien ein. Die Grenzkontrollen sollen um Mitternacht beginnen und bis zum 7. September laufen, teilte das spanische Innenministerium kurz vor dem Start mit. Italien hatte nach der Migrationskrise in der spanischen Exklave Ceuta Grenzkontrollen für Spanien eingeführt und damit einen Streit mit Madrid ausgelöst.

Die spanische Regierung hatte bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollte Italien seine Grenzkontrollen nicht wieder aufheben. Aus ihrer Sicht sind die italienischen Grenzkontrollen "unfair, laufen den Interessen der EU zuwider und diskriminieren die spanische Bevölkerung". Spanien und Italien haben keine Landgrenze.

Das Büro der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni wies die Forderung aus Madrid umgehend zurück. Die Kontrollen würden erst wieder aufgehoben, "wenn sicher ist, dass es keine Sicherheits- oder Terrorismusrisiken für Italien gibt, es keine neue Welle gibt und keine irregulär eingereisten Migranten auf europäischen Boden kommen".

Zahlen der spanischen Regierung zufolge hatten in der vergangenen Woche rund 72.000 Menschen die neben Marokko gelegene spanische Exklave Ceuta teils schwimmend erreicht, 80 Menschen kamen demnach ums Leben. Die marokkanischen Behörden sprachen von elf Toten auf ihrem Gebiet, Menschenrechtsgruppen gehen von insgesamt mehr als 140 Toten aus.

Wohl knapp 2000 Migranten befinden sich noch in Ceuta, die meisten von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Sie haben dort kaum Zugang zu Wasser, Lebensmitteln oder sicheren Schlafplätzen.

Quelle: ntv.de, mpe/AFP

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